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Im Flossgang durchs Dorf gezogen

Von Drei tolle Tage gehen zu Ende. Die Hasselbacher Kerb hat mal wieder alle Rekorde gebrochen. „Es ist eine sehr gute Kerb“, bestätigten die Kerbeväter Justus Hill und Michael Sommer. Denn noch war nicht Schluss. Da wartete ja noch der traditionelle Flossgang.
Selbst Pfarrer Klaus Nebel war bei der Kerb dabei, was ihm einen erhobenen Daumen als Anerkennung einbrachte. 	Foto: Schwarz-Cromm Bilder > Selbst Pfarrer Klaus Nebel war bei der Kerb dabei, was ihm einen erhobenen Daumen als Anerkennung einbrachte. Foto: Schwarz-Cromm
Hasselbach. 

Viele Stunden intensiver Feierei lagen am Montagmorgen hinter den Kerbeburschen. Fast schon konnten sie einem leidtun, als sie sich um 10 Uhr trafen, den Kopf noch nicht frei, völlig übermüdet und mit rauer Stimme. Denn der laute Kerbeschrei forderte zu diesem Zeitpunkt seinen Tribut. Und nicht nur der . . .

Doch wer nicht pünktlich ist, der muss die anderen verköstigen, erklärte Kerbevater Justus Hill die strengen Sitten. Also kamen sie. Und irgendwie gehört es ja dazu, von Samstag bis Montag durchzuhalten. Vor allem, weil am Montag immer die Kindergartenkinder auf die großen Buben warten.

„Pitsch, patsch, Pinguin“ hatten sich die Kleinen gewünscht. Und die Kerbeburschen machten mit, sangen, tanzten und kitzelten die Kleinen am Kinn und holten sie so in die Mitte, bis schließlich die 17 Kerbeburschen und die 17 Kindergartenkinder gemeinsam in der Mitte tanzten. Es wurde gesungen, was das Zeug hielt. Sogar die „Tante aus Marokko“. Da hieß es, sich noch mal konzentrieren, damit die Abfolge des Textes und der dazugehörenden Handbewegungen auch stimmten.

Die Kerbeburschen hatten sich im Kindergarten eingesungen und zogen von dort singend durch den Ort. Und dabei wurde der traditionelle Flossgang eingehalten, immer streng an der Abflussrinne entlang, die geschwenkte Fahne vorneweg. Doch zum Glück gab es immer wieder einen Stopp. „Es haben uns einige Hasselbacher eingeladen“, bestätigte Kerbevater Justus Hill mit heiserer Stimme. Häppchen und der obligatorische Schnaps oder das Bierchen gehören dazu. So will es die Sitte.

Kein Zweifel, es ist schon anstrengend, Kerbebursch zu sein. Für Justus Hill und Michael Sommer ist es das letzte Mal. Die beiden 22-Jährigen wollen im kommenden Jahr anderen das Zepter der Kerb überlassen. „Seit vier Jahren sind wir schon die Kerbeväter“, berichteten die beiden. Da sei es an der Zeit aufzuhören. Bei der nächsten Kerb sitzen sie also nicht mehr am Kerbetisch vor der Bühne, sondern sie mischen sich unters Volk. Dabei könnten sie noch weitermachen. Die Regel besagt, dass alle solange mitmachen dürfen, wie sie wollen. Es sei denn, es wird geheiratet. Dann ist Schluss mit lustig und einem ungezwungenen Kerbtreiben.

Auch bei den Treffen im ganzen Jahr und bei dem Ausflug alle zwei Jahre sind Michael und Justus dann nicht mehr dabei. Bleibt also zu hoffen, dass ihre Nachfolger ihr Amt genauso gut ausüben wie die bisherigen Kerbeväter.

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