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Hoffen auf die lange Leitung

Von So viel ist sicher: Bis eine strombetriebene S 5 zum ersten Mal in Usingen einfährt, werden noch viele Taunusbahnen durchs Köpperner Tal schnaufen. Trotzdem war die mögliche Elektrifizierung der Taunusbahn gestern das Top-Thema auf den Bahnsteigen und sorgte für Diskussionen unter den Pendlern.
Von Usingen direkt nach Frankfurt: Das soll in vier Jahren ganztägig mit der S-Bahn klappen. Die Taunusbahn wird trotzdem weiterfahren.	Foto: Pieren Von Usingen direkt nach Frankfurt: Das soll in vier Jahren ganztägig mit der S-Bahn klappen. Die Taunusbahn wird trotzdem weiterfahren. Foto: Pieren
Usinger Land. 

Statt Ende 2017 – so sahen es die ursprünglichen Planungen von RMV und dem Landratsamt vor – soll der S-Bahn-Betrieb der Linie S 5 nunmehr ab Anfang 2019 über Friedrichsdorf hinaus bis nach Usingen verlängerten werden.

„Wir werden Grävenwiesbach aber nicht abhängen“, zitierte die TZ in ihrer gestrigen Ausgabe Landrat Ulrich Krebs mit dem weiteren Versprechen, den Abschnitt Usingen-Grävenwiesbach zu einem späteren Zeitpunkt ausbauen zu wollen. „Ein ganztägiger 30-Minuten-Takt zwischen Frankfurt und Usingen wäre tatsächlich ein Komfortgewinn, weil man gar nicht mehr umsteigen müsste“, sagte Willi Stahlmann gestern Morgen im TZ-Gespräch am Bahnhof Usingen.

Der 62-jährige Pensionär ist Schöffe am Frankfurter Landgericht und nutzt für sein Ehrenamt gerne einen der fünf Direktzüge, die das Usinger Land morgens mit der Mainmetropole verbinden. Die Einführung eines 30-Minutentaktes mit durchgehenden S-Bahnen nach Frankfurt wäre auch für Uwe Wiegand ein deutlicher Fortschritt. Dennoch sieht er das Projekt mit einer Sorge: „Die S-Bahnen halten an jeder Haltestelle. Die Direktzüge dürfen aber nicht gestrichen werden. Wir brauchen auch schnelle Verbindungen“, meinte Wiegand.

Tatsächlich sind die Direktzüge nach Frankfurt schneller unterwegs. Zwischen Friedrichsdorf und Frankfurt Hauptbahnhof lassen sie bis zu sechs Haltestellen aus. Auch Patricia Huppert fährt – fast – jeden Tag mit einem Direktzug ab Usingen nach Frankfurt. „Wenn die S-Bahn tatsächlich kommen sollte, hoffe ich auch auf eine höhere Frequenz der Züge“, sagt die überzeugte Pendlerin.

Nicht nur unter den Grävenwiesbacher Pendlern gibt es Irritationen über den zukünftigen Takt. Nach jetzigem Stand würde ein reiner 30-Minuten-Takt der S 5 zwischen Frankfurt und Usingen nicht nur für die Grävenwiesbacher ÖPNV-Kunden Nachteile bringen.

Diese müssten künftig in Usingen (Endstation der S-Bahn) in den Zubringerzug nach Grävenwiesbach und Brandoberndorf umsteigen. Ein Blick auf den Fahrplan zeigt etwas ganz Entscheidendes: In den Morgen- und Abendstunden wird der bisherige 30-Minuten-Takt der Taunusbahn durch die Direktzüge von und nach Frankfurt verdichtet. In den drei ersten Betriebsstunden – zwischen 4.53 Uhr und 7.57 Uhr – verkehren ab Grävenwiesbach elf Züge der Taunusbahn in Richtung Bad Homburg. Fünf von ihnen sind Direktzüge, die weiter bis Frankfurt fahren. Pendlern aus dem Usinger Land steht in den Morgenstunden also fast ein15-Minuten-Takt in den Vordertaunus zur Verfügung. In umgekehrter Richtung besteht zwischen 15.54 Uhr und 18.54 Uhr ab Bad Homburg dank der zusätzlichen Direktverbindung ein 20-Minutentakt ins Usinger Land.

Was also passiert mit den täglich neun Direktzügen, die von und nach Frankfurt verkehren? Zwar hüllte sich der RMV gestern diesbezüglich in Schweigen. Doch aus gesicherten Quellen hat die TZ erfahren, dass diese auch künftig als Verstärker-Züge in den Morgen- und Abendstunden den 30-Minuten-Takt der geplanten Taunus-S-Bahn verdichten werden.

Dennoch bitter für Grävenwiesbach: Eine zeitnahe Verlängerung der Elektrifizierung über Usingen hinaus wird es vorerst nicht geben. Der Grund: Dafür bräuchte man drei neue S-Bahn-Züge. Die dafür nötigen Kosten in Höhe von neun Millionen Euro will aber niemand zusätzlich in die Hand nehmen.

Für Selina Butz kommen all die Planspiele zu spät. Die Studentin pendelt seit drei Jahren von Usingen eineinhalb Stunden mit dem Zug zur Uni nach Frankfurt. Der jüngste Streik der Lokführer der S-Bahnen hat ihr den Rest gegeben. „Ich ziehe im Dezember nach Bad Homburg. Von da aus bin ich schneller in Frankfurt“, sagt Butz.

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