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Wahl: Gleich im Wahlkampf mitarbeiten

Von Der Ortsverein der SPD in Wehrheim ist um ein Mitglied gewachsen. Landtagsabgeordnete Elke Barth überreichte Neumitglied Gabriele Dietrich am Montagabend das Parteibuch und stimmte zugleich auf die heiße Phase des Wahlkampfes ein.
Landtagsabgeordnete Elke Barth (links) überreichte zusammen mit Judith Heck Gabriele Dietrich (Mitte) das Parteibuch. Foto: Tatjana Seibt Landtagsabgeordnete Elke Barth (links) überreichte zusammen mit Judith Heck Gabriele Dietrich (Mitte) das Parteibuch.
Wehrheim. 

Es gehört schon ein wenig Mut dazu, sich öffentlich zu einer Partei zu bekennen. Nicht, weil man es nicht kann oder sollte, sondern, weil keine Vereins- oder Verbandsmitgliedschaft so sehr auch die eigene gesellschaftliche Haltung zum Ausdruck bringt. Gabriele Dietrich hat diesen Mut am Montagabend bewiesen und das SPD-Parteibuch von Landtagsabgeordneter Elke Barth und Wehrheims SPD-Ortsvereinschefin Judith Heck entgegen genommen.

Die 64 Jahre alte Rentnerin nutzte den Besuch von Barth bei den Wehrheimer Genossen, um sich auch ganz öffentlich zu den Sozialdemokraten zu bekennen, denen sie bei den Wahlvorbereitungen helfen möchte. „Ich habe schon immer mit den Sozialdemokraten geliebäugelt“, sagte sie im Gespräch mit der Taunus Zeitung. Jetzt, da sie in Rente und nicht mehr als Sozialarbeiterin tätig sei, „da habe ich auch Zeit für die aktive Politik“.

In der Gewerkschaft

Gewerkschaftlich sei sie ebenfalls organisiert und interessiert gewesen und fand damit gerade bei den Genossen fruchtbaren Boden, so Dietrich.

Auf Menschen zugehen, Überzeugungsarbeit leisten, das könne sie und will die Wehrheimer beim Wahlkampf unterstützen. Praktisch mitarbeiten ist ihre Sache, das mache ihr Spaß, ein Amt in der Gemeindepolitik strebe sie aber nicht an.

1991 war die Frankfurterin in das Apfeldorf gezogen, „Wehrheim, das habe ich mir gegönnt“, sagte Dietrich. Die Gemeinde sei ihr inzwischen zur Heimat geworden. Und dafür wolle sie sich nun engagieren.

Ungenutztes Bauland

Das neue SPD-Mitglied war es dann auch, das nach der Vorstellung der Themenschwerpunkte Bauen, Wohnen, Mobilität und Infrastruktur durch Elke Barth die erste Anmerkung machte. Gerade das Thema Wohnen ist in Wehrheim ein aktuelles, nicht nur bei der Betrachtung des neuen Baugebiets am Mühlberg, sondern auch, was die innerörtliche Entwicklung der Kerngemeinde angeht.

„Die politischen Steuerungsinstrumente um Spekulationsobjekten entgegen zu wirken sind beschränkt“, räumte Elke Barth ein. Eine „Grundsteuer C“ für unbebautes Bauland und zeitlich befristete Baugenehmigungen seien Steuerungsinstrumente, die auch die Wehrheimer einsetzten können. Eine Spekulationssteuer auf Bauland könne es ebenso geben, sagte Barth.

Frankfurts Europaviertel sei ein Beispiel dafür, wie es nicht gehe. Wohnraum, der an Spekulanten verkauft wurde und der trotz Wohnungsnot leer stehe, machte sie einen Schlenker gen Mainmetropole.

Dass es Innerorts auch in Wehrheim Leerstände gebe, darauf wies SPD-Fraktionschef Kuno Leist hin. Er sagte auch, dass das Verhältnis von genutztem Wohnraum zur Zahl der Bewohner nicht in Balance sei. Denn so gebe es viele, zum Teil auch ältere Menschen, die in großen Häusern wohnen, sich aber auch einen Umbau auf Grund der zu geringen Rente nicht leisten können.

Verkehr und Bildung

Aus den Zuhörerreihen plädierte eine Besucherin dafür, dass eine aktive Bauberatung für die Menschen erfolgen müsse, um Möglichkeiten aufzuzeigen. Dass das mit der Verwaltung machbar sei, daran hatte die SPD allerdings ihre Zweifel.

Als Erfolg für die Wehrheimer SPD wertete Barth die 30 Prozent bezahlbaren Wohnraum, den die Sozialdemokraten für das neue Wehrheimer Baugebiet zur Bedingung gemacht hatte.

Zu den Themen Verkehr und Bildung hatten sich die Wehrheimer auch konkrete Auswirkungen für sich selbst erhofft, doch bei diesen Themen blieb Barth vergleichsweise allgemein.

Mehr Lehrkräfte, weniger Unterrichtsausfall, Ganztagsschulen, all das hatte der Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel am vergangenen Wochenende bereits in Usingen propagiert, was nun auch Barth erläuterte.

Das Usinger Land würde vom Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) profitieren, ebenso von den Sofortmaßnahmen im Bereich Bildung, nannte Elke Barth Beispiele.

Zu wenig konkret war zumindest einem Genossen das Thema Energiewende, das sowohl für Wehrheim als auch Hessen selbst vorangetrieben werden müsse, „sonst sind alle anderen Themen bedeutungslos“, war er überzeugt. „Die sind in den vielen verschiedenen Themen eingeflossen“, versicherte Andrea Pfäfflin, die sich selbst in einer entsprechenden Landesgruppe engagiere. Dabei bezog sie sich auf Themen, die die SPD in Wehrheim schon seit langem umtreibt und die für sie wichtig sind.

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