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Munitionsdepot bei Wehrheim: Führung durchs Sperrgebiet

Von Das Munitionsdepot bei Wehrheim bietet manche Geheimnisse. Am 3. Juli können sich einige Besucher das Gelände zeigen lassen – und sogar einen Bunker mit Munition besichtigen.
Foto: hko/mai
Wehrheim. 

Auf den ersten Blick wirkt das, was sich hinter dem rund neun Kilometer langen Zaun befindet, der ein riesiges Areal zwischen Wehrheim und Köppern umschließt, vor allem eins: harmlos. Ein in die Jahre gekommener Verwaltungstrakt erinnert an einen auf Sanierung wartenden Bauhof, die weiter entfernt liegenden Reihen kleiner Bauten erwecken den Anschein, als habe sich ein Architekt bei der Planung einer Ferienanlage nicht ganz zwischen Bungalows und Garagen entscheiden können.

Doch so schmucklos die rund 300, 23 mal 8 Meter großen Gebäude auch wirken: Ihr Inhalt ist brisant. Im zweitgrößten Munitionsdepot der Bundeswehr lagern Patronen und Geschosse im Wert von bis zu 750 Millionen Euro. Beinahe täglich werden explosive Stoffe von dort aus auf die Reise geschickt oder es trifft Nachschub ein – im Jahr summiert sich der Umschlag auf 5000 bis 10 000 Tonnen, weiß Reinhard Müller, der derzeit den Besuchertag vorbereitet. Zu einem Tag der „offenen Tür“ konnten sich die Streitkräfte nicht durchringen, „aber wir möchten uns den Menschen, die hier wohnen, stärker öffnen und Einblick in unsere Arbeit geben.“ Denn noch immer sei vielen Bürgern nicht ganz klar, was hinter dem Zaun passiert.

Zum Thema: Und so können Sie mitmachen

Fünf Stationen sollen am Freitag, 3. Juli, einen Einblick in die Arbeit im Depot geben. Los geht’s um 13.30 Uhr mit der Begrüßung und einer kurzen Vorstellung der Einrichtung.

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Und das ist auch nicht verwunderlich. Denn viele Munitions-Transporter sind gar nicht als solche zu erkennen. „Häufig sind das ganz normale zivile Lastwagen, die nur bestimmte Vorgaben erfüllen müssen, etwa was die Stabilität der Bordwände angeht.“ Da Munition und Zünder getrennt befördert werden, bestehe auch keine Gefahr, dass bei dem Transport etwas passiert.

 

Versandt per Hermes

 

Längst ist die Privatwirtschaft im Boot – der Großteil der Aufträge wird vom Paketdienst Hermes, beziehungsweise von speziellen Subunternehmen abgewickelt. „Aber bestimmte Munition darf nur gefahren werden, wenn sie von Feldjägern begleitet wird.“ Für bereits beladene Transporte, die auf ihre Eskorte warten oder für Ware, die nach Dienstschluss angeliefert wird, gibt es einen eigenen abgesperrten und videoüberwachten Sicherheitsbereich, den „Käfig“ an der Grenze des Gefahrenbereichs.

Die Mannschaft ist klein. 10 Soldaten und 60 Mitarbeiter kümmern sich um das Depot. Auch wenn die von den Amerikanern konzipierte Anlage sichtbar in die Jahre gekommen ist, geht Müller fest von einer sicheren Zukunft aus. Allerdings könnten einige Dinge schneller geschehen. „Seit 1998 gibt es Planungen für ein neues Sozialgebäude – da hoffen wir, dass es 2016/17 gebaut wird.

Trotz der explosiven Ware, die auf dem 254 Hektar großen Areal lagert, gibt es derzeit nur zwei Feuerwehrleute auf dem Stützpunkt. Auch wenn es auf den ersten Blick paradox anmutet: Deren größte Sorge gilt – Waldbränden. „Wenn es in einem Bunker brennt, können wir ohnehin nichts machen“, sagt Müller. Ein klassischer Löschangriff scheide wegen des Risikos von Explosionen aus. Das sei jedoch schon beim Bau der Anlage berücksichtigt worden. „Die große Tür würde von einer Explosion zwar herausgesprengt werden – aber auf dem gesamten Gelände liegen sich keine Bunkertüren direkt gegenüber, so dass ein Feuer nicht übergreifen kann“, erklärt Müller.

 

Wehrheimer Wehr hilft

 

Sollte es einmal zu einem Brand auf dem Gelände kommen, sind die Feuerwehrleute natürlich nicht auf sich alleingestellt – es gibt ein Brandschutzkonzept, in das auch die benachbarten Feuerwehren eingebunden sind.

Das Risiko von Waldbränden zumindest im direkten Umfeld der Bunker, sinkt indes. „Früher waren auch auf den Bunkern Bäume gepflanzt, um die Luftaufklärung zu erschweren.

In Zeiten von hochauflösenden Satellitenaufnahmen, die für jedermann frei zugänglich sind, hat sich das aber erledigt.

Da die Wurzeln das schaffen, was Bomben nicht gelingen soll – den Betonmantel der Bunker anzugreifen – lag es nahe, zu roden.

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