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Zweisprachige Erziehung in Usingen: Ein Lob für die Kindergärten

Von Mit sieben bilingualen Kitas steht Usingen gleich nach Frankfurt und Wiesbaden an dritter Stelle in Hessen und nimmt damit quasi eine exklusive Sonderrolle ein.
„Mother Duck said quack, quack . . .“, sangen die Kita-Kinder mit ihren Erzieherinnen, während das RTL-Team in der bilingualen Betreuungsstätte filmte. Foto: Dorit Lohrmann „Mother Duck said quack, quack . . .“, sangen die Kita-Kinder mit ihren Erzieherinnen, während das RTL-Team in der bilingualen Betreuungsstätte filmte.
Usingen. 

„Frankfurt an der Spitze – Usingen hält mit“ betitelte die Hessenschau am 14. Dezember einen Bericht über bilinguale Kindertagesstätten in Hessen. Der Artikel rief nun auch den Fernsehsender RTL auf den Plan, deren Redaktion den zuständigen Dezernenten im Usinger Rathaus, Reiner Greve, kontaktierte.

Danach ging alles recht flott über die Bühne. Gleich am Dienstag machte sich ein dreiköpfiges Team des Fernsehsenders in aller Frühe auf ins „beschauliche Usingen im Hintertaunus“ (O-Ton Hessenschau). Gegen 8 Uhr am Morgen, als noch längst nicht alle Kinder im Kindergarten Tausendfüßler am Riedborn eingetroffen waren, empfing Kita-Leiterin Inka Klaner RTL-Redakteurin Viviana Sorban nebst Kamerafrau und Tontechniker. Auch Reiner Greve ließ sich das Spektakel nicht entgehen und war dem Filmteam ohnehin als Gesprächspartner willkommen.

Schließlich war er es, der am besten darüber Auskunft geben konnte, warum in allen sieben Tagesstätten der Stadt die Kinder zweisprachig erzogen werden. „Wir haben 2004 in Wernborn damit angefangen, und inzwischen haben wir so an die 20 englischsprachige Mitarbeiterinnen in allen Tagesstätten“, sagte Greve.

So wie Tina Vaahsen, die am Riedborn die kleinen Tausendfüßler betreut – ausschließlich in englischer Sprache. Die aus Amerika stammende Erzieherin, die seit Herbst zudem von einer Südafrikanerin unterstützt wird, beschrieb dem Fernsehteam den zweisprachigen Alltag in der Kindertagesstätte. „Wir haben Kinder aus 20 Nationen“, sagte sie, ein Konglomerat aus allerhand Sprachen also.

„Da müssen sich die Kinder oft sowieso mit Händen und Füßen untereinander verständigen.“ Da sei es überhaupt kein Problem für die Kleinen, auch Betreuerinnen um sich zu haben, die in verschiedenen Sprachen kommunizieren.

Beim Morgenkreis sangen Kinder und Erzieherinnen einige Lieder. Erst deutsche, danach englische. Dabei wurde deutlich, wie es den Kindern offenbar gelingt, die fremdsprachigen Texte zu verstehen: Da wurde gewippt und gehopst, geklatscht und geschwänzelt – je nach Liedtext eben.

So wie jedes Kleinkind aus der Handlung heraus seine Muttersprache verstehen lerne, so lernten Kinder ebenso beiläufig mehr als nur eine Sprache, erläuterte Inka Klaner. Im Fachjargon heiße das „Immersion“. „Ich nenne es gerne Sprachbad“, beschrieb Klaner das Vermitteln von Sprache durch Zeigen und Bilder.

Darüber hinaus biete das tägliche Programm in der Tagesstätte viele Möglichkeiten für die Kinder, spielerisch sowohl deutsch als auch englisch zu vertiefen. Dazu gehören übrigens auch zeitweise Besuche der Stadtbücherei so wie am Dienstag, als die Bibliothekarin Kerstin Petereins die Bücherei bereitwillig eigens für den Dreh öffnete.

Der Stadt als Träger der Betreuungseinrichtungen gehe es darum, den Kindern die empathische Auseinandersetzung mit anderen Sprachen und Kulturen zu ermöglichen, sagte Greve. Und dass das Projekt Früchte trage, belege dessen Erfolg.

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