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Nachwuchsschau: Ein Händchen für den Schäferhund

Von Für unbedarfte Laien mögen die Regularien etwas verwirrend erscheinen. Für professionelle Hundehalter, für Ausbilder und Züchter indes gilt eine Zucht- und Nachwuchsschau für jugendliche Hundeführer als ideale Grundlage für die Zukunft von Schäferhunden und ihren Führern. Eine solche hat die Ortsgruppe Eschbach einmal mehr organisiert.
Jugendliche Hundeführer präsentierten dem Zuchtrichter reinrassige Schäferhunde sozusagen auf dem tierischen Catwalk. Foto: Dorit Lohrmann Jugendliche Hundeführer präsentierten dem Zuchtrichter reinrassige Schäferhunde sozusagen auf dem tierischen Catwalk.
Eschbach. 

„Das hier ist eine Schau der Landesgruppe Hessen-Süd“, erklärte Rainer Busch. Er ist Ausbildungswart in der Ortsgruppe des deutschen Schäferhundevereins. Doch bei dem, was die Eschbacher nun zum zweiten Mal auf die Beine stellten, ging es ausnahmsweise nicht um das Können der Tiere und den Erziehungserfolg der Halter.

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Hundeschau Max ist zweieinhalb und Hundeführer von Quonnie

Kind trifft Hund. Manchmal irgendwo auf der Straße oder in einem Park, wenn ein kleines Kind urplötzlich einem riesigen Hund gegenüber steht. Doch so eine Situation war nicht gemeint.

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In der Zucht- und Nachwuchsschau wird stattdessen das Aussehen der Schäferhunde bewertet. Die Veranstaltung diene also sozusagen als „Vergleichs-Wettkampf der Anatomie“, wie es der Landesjugendwart Thomas Kantyba ausdrückte. Denn gerade auf eine perfekte Wuchsform legen Züchter und Halter gleichermaßen großen Wert, und es gibt etliche Kriterien, nach denen dies bemessen wird.

 

Insgesamt 54 Schäferhunde wurden für die Schau am vergangenen Sonntag auf dem Eschbacher Hundeplatz angemeldet. Wer gut abschnitt, könnte sich damit für die demnächst bevorstehende große Schau in Nürnberg qualifiziert haben. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland, und es gab sogar welche aus Serbien und aus Großbritannien. Das sei erlaubt und sogar üblich, bestätigte Rainer Busch.

Stammbaum wichtig

Ehefrau Heidemarie, als Vize-Vorsitzende ebenfalls im Vorstand aktiv, leitete die Schau. Bei ihr landeten somit alle Anmeldungen, und sie kontrollierte zudem, dass alle Voraussetzungen für die Teilnehmer stimmten.

Nachzuweisen sei beispielsweise der Stammbaum der Tiere, die übrigens grundsätzlich in zwei unterschiedliche Zuchtzweige, nämlich Langhaar und Stockhaar, getrennt werden. Zudem müssten die Hundehalter einem Schäferhundeverein angehören, erwarteten die Ausrichter der Schau. Und natürlich müssten vollständig ausgefüllte Impfpässe vorliegen.

Die eng gesteckten Teilnahmekriterien hätten in der Vergangenheit auch schon mal zu Ärger geführt, erzählte Rainer Busch. In Italien gebe es beispielsweise laxere Regularien beim Nachweis des Stammbaums, doch auch italienische Schäferhunde würden grundsätzlich bei den deutschen Schauen zugelassen.

Für die Bewertung hatten die Organisatoren den Zuchtrichter Ulrich Hausmann gewonnen, der eigens aus Köln anreiste. Ihm oblag die Aufgabe, die Hunde zunächst aus unmittelbarer Nähe zu untersuchen. Danach beobachtete er ihre Bewegungseigenschaften.

Jugend angesprochen

Er bewertete Körperbau, Gebiss und das Haarkleid und kontrollierte zudem per Chip-Leser, ob es sich auch wirklich um das gemeldete Tier handelte, um Irrtümer bei der Identität auszuschließen. Die Ansprüche an Körperbau und Erscheinungsbild beim Deutschen Schäferhund sind groß, und nur perfekte Tiere werden am Ende zur Weiterzucht zugelassen.

Nun aber waren bei dieser Zucht- und Nachwuchsschau explizit „Jugendliche Hundeführer“ zur Teilnahme aufgefordert. Und in der Tat, all jene, die einen Schäferhund zur Kür führten, waren nicht älter als 21 Jahre. Nicht alle unter ihnen konnten sich selbst zu den stolzen Besitzern eines der vorgeführten Hunde zählen. Die meisten Hundehalter liefen stattdessen außerhalb des Rings vor ihren Tieren her und spornten sie zum freudigen Sprint an. „Das ist schon eine lärmende Angelegenheit“, lachten die Profis, die das Spektakel bereits kannten.

Junge Hundehalter des Vereins halfen oft und liefen mehr als einmal die Runde auf dem Platz, eben mit immer mal einem anderen Tier. Der jüngste Hundeführer war der fünfjährige Jack Weiß aus Groß-Gerau. Dem Knirps, der schon seit einem Jahr mehrfach Siege als Hundeführer eingeheimst hat, hatte ein Züchter aus Hamburg seine Hündin „Infinity von der Kwast“ zum Vorführen anvertraut. Der Hund ging in seiner Klasse sogar als Sieger hervor – und der kleine Jack erneut als Spitzenhundeführer.

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