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Ausstellung über den Wert des Geldes: Eigentlich nur bedrucktes Papier

Von In unserer modernen Zeit dreht sich vieles ums Geld. Doch was ist Geld überhaupt? Darüber hat sich Wolfgang Ettig Gedanken gemacht und eine komplette Ausstellung zum Thema organisiert.
Wie viel mag das wohl sein? Agnes Preus (rechts) und Sylvia Hubacek nehmen am Gewinnspiel teil, Wolfgang Ettig verrät nichts. Foto: Corina Appel Wie viel mag das wohl sein? Agnes Preus (rechts) und Sylvia Hubacek nehmen am Gewinnspiel teil, Wolfgang Ettig verrät nichts.
Treisberg. 

Es gab eine Zeit, da war es richtig teuer, eine Zeitung zu lesen. 100 Milliarden Mark musste ein Käufer hinblättern, wenn er das Kreisblatt vom 15. bis 30. November 1923 haben wollte. Immerhin war die Zustellung in diesem Sümmchen enthalten. Ein Pfund Brot kostete damals 670 Millionen und ein Pfund Butter gar 5,8 Milliarden Mark.

In Zeiten der Inflation ließen die Menschen das Portemonnaie zu Hause und nahmen stattdessen die Schubkarre zum Einkaufen mit. Fotos lieferten den Beweis. Sie sind auch in der Ausstellung „Der Wert des Geldes“ in der Alten Schule zu sehen, die Wolfgang Ettig zusammengestellt hat. Am Sonntag, parallel zum Adventsmarkt, wurde sie eröffnet. Und sie öffnete so manchem Besucher auch die Augen.

Im Prinzip ist Geld an sich nur bedrucktes Papier. Und an sich relativ wertlos. Das zeigte unter anderem ein Päckchen geschredderter Euroscheine. Ehemaliger Wert: 250 000 Euro. Jetziger Wert: Gut zum Anfeuern des Holzofens. „Wenn man glaubt, es gebe so etwas wie einen Wert hinter dem Geld, dann erliegt man einer Illusion, die gerade in Krisenzeiten enttäuscht wird“, ist vom Wirtschafts-Philosophen Karl-Heinz Brodbeck zu lesen.

1923 fand eine solche Krise mit Hyperinflation statt. Will heißen, das Geld konnte gar nicht so schnell gedruckt werden wie es an Wert verlor. Klar, dass solche Krisen auch vor dem Usinger Land und Treisberg nicht Halt machten. Und eine davon war die Initialzündung zur aktuellen Ausstellung.

Wolfgang Ettig, der in der Treisberger Geschichte forscht, das Archiv verwaltet und den einen oder anderen Artikel dazu schreibt, stieß auf eine Rechnung aus dem Jahr 1923. Eine Lehrerwohnung sollte gebaut werden, und für seine Leistungen berechnete der Usinger Architekt Rudolf Kutt 1 Billion 286 Milliarden Mark. Kurz darauf fand die Währungsreform statt. Danach sollte die gesamte Wohnung noch neun Rentenmark kosten.

Diese Rechnung und einige Informationen dazu gehörten zu den Ausstellungsstücken. Weitere Exponate waren Gulden, Dukaten und Kreuzer aus den Jahren 1809 bis 1840. Zur Verfügung gestellt von der Nassauischen Sparkasse – zusammen mit einem Faltblatt, in dem der Wert des Geldes im Herzogtum Nassau um 1850 beschrieben wird.

Ein besonderer Schatz sind 15 Goldmünzen aus dem 17. Jahrhundert, die 2003 in der Gemarkung Schmitten gefunden wurden. Dukaten, Doppeldukaten und ein Sultani aus dem Jahr 1012. Sie wurden vom Geschichtsverein Hochtaunus zur Verfügung gestellt.

Außerdem hat der Organisator große römische Münzen in den Vitrinen ausgestellt, kleinere keltische Geldstücke, eine Geldkatze, die auch gut zur Selbstverteidigung geeignet war, und ein Kerbholz. „Das war absolut fälschungssicher“, stellte Ettig fest. Denn Schuldner und Gläubiger teilten ein längliches Holz, das an mehreren Stellen eingekerbt war. Jeder hatte eine Hälfte, und wenn man sie wieder zusammenfügte, mussten die Kerben übereinstimmen.

Es gibt noch einige weitere interessante Materialien und Informationen zu sehen in der Treisberger Stubb. Wer die Eröffnung verpasst hat, kann noch am 22. und 29. November, 11.30 bis 17 Uhr, vorbeischauen.

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