E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 28°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

ARS-Schüler präsentieren Fragebogen-Aktion: Die Jugend in Neu-Anspach wünscht sich einen Treffpunkt

Von Wie muss Neu-Anspach im Jahr 2040 aussehen, damit sich auch junge Leute hier wohlfühlen? Eine Frage, die nur Jugendliche beantworten können, und das haben sie jetzt getan.
Die ARS-Schüler Linus Maibach, Alina Hacker, Franziska Baucke und Mia Ernst (Mitte, von links) übergeben an Bürgermeister Thomas Pauli (Mitte) und die Mitglieder der Lenkungsgruppe – Stadtplanerin Elisabeth Schade, Bauamtsleiterin Viola Feldmann (von links) und Stadtrat Bernhard Büttner (rechts) – die Fragebögen. Die ARS-Schüler Linus Maibach, Alina Hacker, Franziska Baucke und Mia Ernst (Mitte, von links) übergeben an Bürgermeister Thomas Pauli (Mitte) und die Mitglieder der Lenkungsgruppe – Stadtplanerin Elisabeth Schade, Bauamtsleiterin Viola Feldmann (von links) und Stadtrat Bernhard Büttner (rechts) – die Fragebögen.
Neu-Anspach. 

Es gibt zu wenige Plätze in der Stadt, an denen sich Jugendliche ungestört treffen können. Und vor allem: An denen sie niemanden stören. Seitdem in Neu-Anspach intensiv über Gewalt und Vandalismus diskutiert wird, ist das Problem bekannt, und jetzt hat es sich noch einmal bestätigt, wie Schüler der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) herausgefunden haben.

Die jungen Leute setzen sich aus drei zehnten Klassen zusammen. Sie alle gehören zum Wahlpflicht-Unterricht Mathematik von Lehrerin Beatrix Birkenstock und wollten anhand einer Fragebogen-Aktion an ihrer Schule herausfinden, wie Neu-Anspach im Jahr 2040 aussehen und was es bieten sollte, damit sich Jugendliche hier wohlfühlen und auch nach ihrer Ausbildung noch hier leben wollen.

Masterplan: 140 Bürger in sechs Arbeitsgruppen

Nach dem Stadtforum im Februar und der ersten Bürgerwerkstatt im März ist es ruhig um den „Masterplan 2040“ geworden. Das täuscht, wie Bauamtsleiterin Viola Feldmann und Stadtplanerin Elisabeth Schade berichten.

clearing

Ausgangspunkt für die Befragung war die Auftaktveranstaltung zum Masterplan gewesen: Zum Stadtforum am 6. Februar war, wie die Organisatoren aus der Lenkungsgruppe rund um Stadtrat Bernhard Büttner (b-now), Stadtplanerin Elisabeth Schade und Bauamtsleiterin Viola Feldmann bedauernd festgestellt hatten, kaum jemand unter 30 Jahren erschienen.

Große Kluft

„Es ist schwierig, die Jugend einzubinden“, stellte Büttner, der daraufhin Kontakt zur ARS aufgenommen hatte, gestern noch einmal fest. Es gebe eine Kluft zwischen den Älteren und den Jüngeren, und die werde immer größer. „Ich kenne ja noch nicht einmal Instagram“, meinte Büttner und forderte die jungen Leute erneut auf, ihre Stadt mit zu gestalten.

Gespannt warteten auch Bürgermeister Thomas Pauli (SPD), der das Engagement der Realschüler „ganz toll“ fand und sich interessiert daran zeigte, was sich der Nachwuchs wünscht, sowie ARS-Schulleiter Michael Rosenstock und dessen Stellvertreter Michael Stanzel darauf, was die Schüler herausgefunden haben. Linus Maibach (17 Jahre), Alina Hacker (16), Mia Ernst (15) und Franziska Baucke (16) präsentierten die Auswertung der 600 Fragebögen, die in den Stufen 8 bis 12 verteilt worden waren. Die Zehntklässler berichteten, dass 72 Prozent der Befragten schon mehr als zehn Jahre in Neu-Anspach leben, dass sie eher zufrieden beziehungsweise teils-teils zufrieden sind (80 Prozent) und dass die Mehrheit von ihnen (68 Prozent) im Eigentum der Eltern lebt sowie viel mit Bus oder Bahn unterwegs ist (60 Prozent).

Anwohner gestört

So viel zur Statistik. Zu den für die Verwaltung spannenderen Informationen zählt, dass 76 Prozent die Homepage der Stadt nicht kennen, was nicht nur Büttner ziemlich erstaunte. „Veranstaltungen bekommen wir auch so mit“, meinte Mia Ernst dazu. Bei den Freizeitangeboten werden Sportvereine, Kino und Freibad intensiv genutzt, aber was ein Jugendzentrum beziehungsweise einen gemeinsamen Treffpunkt angeht, so wünschen sich 56 Prozent eine Verbesserung. Auf Nachfrage sagte Linus Maibach, dass es dort zu wenig Platz für größere Gruppen gebe und dass sich die Jugendlichen dort beobachtet fühlten. Außerdem: „Es gibt kein Bier dort.“ Der 17-Jährige brachte ein selbst verwaltetes Juz oder einen Garten als möglichen Treffpunkt ins Spiel. Denn: Egal, wo sie sich träfen, ob am Bahnhof oder am Feldberg-Center, überall störten sie die Anwohner. Das bestätigte auch Mia Ernst, die von einem harmlosen Schüler-Treffen in Rod am Berg berichtete, bei dem sie von Bürgern zehn Minuten intensiv beobachtet worden seien. Auch einen Club oder eine Disco vermissen die ARS-Schüler nach der Schließung des „Fun“ in Usingen weiterhin.

Außerdem auf der Wunschliste: Bekleidungsgeschäfte wie H&M, eine Trampolin-Halle und einen Paintball-Park, eine bessere Auswahl an Fast-Food-Läden, ein Starbucks und eine Shisha-Bar. Lob gab es übrigens für den neuen Streetworker Gerold Gröbel: Er suche intensiv den Kontakt zur Jugend, berichtete Linus Maibach.

Der Stadtrat versprach den jungen Leuten abschließend, die Ergebnisse der Fragebogen-Aktion in den Masterplan zu übernehmen und diese im September, wenn die zweite Bürger-Werkstatt stattfindet, zu präsentieren. Büttner: „Jetzt liegt der Ball bei der Stadt.“

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen