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Der Umbau einer ganzen Stadt

Von Usingens Umbau der Innenstadt geht 2015 weiter. Nicht nur, dass es richtungsweisende Entscheidungen bei der Nordumfahrung gibt, auch die geplante Achse Alter und Neuer Marktplatz zum Riedborn kommt aus den Startlöchern.
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Usingen. 

Die ganz große Frage der kommenden Monate dreht sich um die Nordumfahrung: Gibt es bei der Planfeststellung Einsprüche, die das weitere Vorgehen verzögern, oder kann Bürgermeister Steffen Wernard tatsächlich in seiner angestrebten zweiten Amtszeit die Straße einweihen.

„Die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Usinger Landschaft“ als entschiedene Gegner scheinen sich mit der Materie eher nicht mehr zu beschäftigen. Auf jeden Fall ist der letzte aktuelle Eintrag auf ihrer Homepage vom Dezember 2010. Beim Pendant „Umgehung – so nicht“ ist der letzte Stand immerhin vom Januar 2013.

Planfeststellung

Mit der Planfeststellung rechnet man in der ersten Jahreshälfte. Wird diese Hürde tatsächlich genommen, ist der größte Fels auf dem Weg zum Baubeginn weg. Der Bürgermeister ist optimistisch. Zeit wär’s, denn seit 1959 wird geplant.

Mit diesem Thema ist die örtliche Politik allerdings weniger beschäftigt als mit einem anderen Großprojekt, das Usingens Stadtbild entscheidend prägen wird. Der Umbau des Neuen Marktplatzes als verbindendes Zentrum zwischen Altem Marktplatz und Riedborn soll in diesem Jahr beginnen, so denn der Investor Prokom tatsächlich in die Pötte kommt.

Neben der Großbaustelle wird auch spannend, ob die Verlegung des jetzigen Busbahnhofs in die Bahnhofstraße reibungslos klappt. Auch hier ist angekündigt, die Planungen im ersten Quartal zu veröffentlichen.

Mit ziehen muss bei der ganzen Aktion der Usinger Einzelhandel. Das neue Einkaufszentrum ist eine weitere Chance, dem Sterben der kleinen Betriebe Neues entgegenzusetzen. Aber wie der Bürgermeister im Interview mit der TZ bereits erwähnte, sind hier noch dicke Bretter zu bohren. Zu viele Ladengeschäfte sind zu klein, die letzte Sanierung ist zu lange her, die Mieten der Lage kaum gerecht. Die Vorschläge, Geschäfte zusammenzulegen, scheiterten bisher an dem Nein der Besitzer. Betrachtet man sich allerdings die personelle Situationen in einzelnen Unternehmen in der Innenstadt wird klar, dass so mancher Traditionsbetrieb das Ende 2015 nur mit größten Kraftanstrengungen erreichen wird.

Zeichen setzen

Die Vorzeichen, dass Usingens Gewerbestandort durchaus Chancen hat, sind gut. Denn der Ausbau der S 5 wird derzeit massiv vorangetrieben. Die Erreichbarkeit der Stadt verbessert sich deutlich, jetzt muss der Handel Zeichen setzen, um neue Kunden in die Stadt zu locken. Übrigens auch mit Blick auf den möglichen Bau der Umgehungsstraße. In vielen Kommunen wartete das Gewerbe zu lange mit Veränderungen, um nach der Fertigstellung einer Umgehungsstraße festzustellen, dass Durchgangsverkehr auch Kunden bedeutet hat. Der Gewerbeverein muss seine Mitglieder überzeugen und ein Konzept entwickeln, das den Einkaufsstandort Usingen einzigartig macht. Sonst wird die Zukunft mit der Umgehung mit umfahren.

In diesem Jahr geht’s dann auch endgültig los mit dem Bau des neuen Bildungszentrums, das seine Schatten mit dem Straßenanschluss am Ortsausgang Richtung Merzhausen bereits vorausgeworfen hat. Mit dem Neubau der Konrad-Lorenz-Schule und der Integration der Heinrich-Kielhorn-Schule, die aus Wehrheim umsiedelt, entsteht ein neues Schulzentrum, das nicht nur Lehrern und Schülern eine dramatische Verbesserung verspricht, sondern erneut eine Chance für den Einzelhandel ist. Denn tausende Schüler passieren täglich die Innenstadt – und finden derzeit ein eher unterirdisches Angebot für Jugendliche vor. Fest steht, dass das vielgepriesene „Mittenzentrum Usingen“ damit eine Stärkung erfährt – und auch künftig von der neuen Geldverteilung des Landes profitieren kann.

Ausbau Schlossgarten

2015 wird aber auch das Jahr der kleinen kosmetischen Arbeiten. Der Schlossgarten wird künftig jährlich mit festen Finanzmitteln saniert und verbessert. Das Schmuckstück hat schon mit dem Multifunktionsfeld 2014 einen Anschub erhalten, mit kleinen Schritten will die Stadt das Grün mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Dazu gehören übrigens auch die Überwachungskameras, die in diesem Jahr endlich den Dienst aufnehmen sollen, um den Vandalismus einzudämmen.

Geld in die Hand nehmen will die Stadt bei der Hugenottenkirche und dem Feuerwehr-Stützpunkt in Usingen. Erstere muss dringend saniert werden, da Feuchtigkeit eindringt, was auch für die Rettungswache gilt.

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