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Verkehr in Grävenwiesbach: Der Krach macht Anwohner krank

Von Ist es in der nördlichsten Hochtaunusgemeinde zu laut? Die vielen Autos, vor allem die lauten Schwerlastkraftfahrzeuge, die täglich durch den Ort fahren, sind den Anwohnern seit langem schon ein Dorn im Auge. Denn fest steht, Umgebungslärm belastet. Die Gemeinde will nun gegensteuern.
Auf der Frankfurter Straße sind neben Autos auch viele Schulkinder zu Fuß  unterwegs. Auf der Frankfurter Straße sind neben Autos auch viele Schulkinder zu Fuß unterwegs.
Grävenwiesbach. 

Es ist der Artikel 2, Absatz 2 im Grundgesetz, der besagt: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“. Und da Umgebungslärm nicht zum Wohlfühlen beiträgt, vielmehr belastend auf den menschlichen Organismus einwirkt, steht der Staat in der Pflicht, für seine Bürger zu sorgen. In Hessen besteht daher die Verpflichtung, alle fünf Jahre eine sogenannte Lärmminderungsplanung durchzuführen.

Untersucht werden dabei der Straßenverkehr und Ballungsräume sowie nicht bundeseigene Haupteisenbahnstrecken. Es geht vor allem um Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8200 Autos am Tag beziehungsweise drei Millionen im Jahr.

Freiwillig sanieren

Das trifft speziell in Grävenwiesbach auf die Ortsdurchfahrt der Frankfurter Straße ab der Einmündung Hasselborner Straße in Richtung Usingen und ab dem Abzweig der Kreisstraße 759 bis zur Gemeindegrenze nach Usingen zu. Dort wurde entlang der Bundesstraße 456 ein Tages-Mittelungspegel, mit dem die Situation technisch beurteilt wird, von teilweise mehr als 75 Dezibel gemessen.

Um die Bürger zu schützen, wird der Neubau von Straßen dementsprechend lärmmindernd mit vorbeugenden Lärmschutzmaßnahmen versehen. Den Anwohnern wird damit der ihnen zustehende Anspruch auf Lärmvorsorge gewährt. Doch was ist wie in der Frankfurter Straße mit bestehenden Straßen? Da könne der Lärm freiwillig „saniert“ werden, heißt es aus dem Regierungspräsidium (RP) in Darmstadt. Allerdings sind dafür die zur Verfügung stehenden Mittel der Gemeinde die Voraussetzung. Denn die Gemeinde ist der Straßenbaulastträger.

Möglichkeiten, den Lärm zu reduzieren, gibt es so einige. Wie wäre es mit Lärmschutzwänden? Untertunnelungen und Geräusche-schluckende Fahrbahnbeläge, auch Kreisverkehre können helfen. Ganz einfache Möglichkeiten sind auch Verkehrszeichen und Verkehrsregelungen wie beispielsweise eine 30er-Zone.

Wann solche Maßnahmen nötig werden, zeigt sich nach der Errechnung der Lärmbelastung, die man anhand einer Karte darstellen kann. Dafür müssen die Werte am Tag und in der Nacht vorliegen, die dann zusätzlich grafisch dargestellt werden. Liegt eine Lärmkarte vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie vor, sind die Bürger und die Kommune gefragt. Öffentlichkeit und Gemeinde können beim Erstellen eines „Lärmaktionsplanes“ mitwirken. Genau das ist derzeit in Grävenwiesbach der Fall.

Derzeit steckt die Planung in der dritten Runde. Die Gemeinde Grävenwiesbach nahm diese ihr gewährte Beteiligung zum Anlass, auf die Forcierung einer Umgehungsstraße hinzuweisen. Denn eine Einstufung gibt es bereits. Die Umleitung des Durchgangsverkehrs auf eine andere Strecke als direkt durch den Ort bildet eine gute Möglichkeit, den Autolärm aus Grävenwiesbach zu verbannen.

Etappenziel erreicht

Bürgermeister Roland Seel (CDU) erinnerte daran, dass die Ortsumgehung Grävenwiesbach laut „Bundesverkehrswegeplan 2030“ mit der Dringlichkeit „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft worden sei. Diese Etappe sei aber bereits im Jahr 2013 erreicht worden, so Seel. „Die Einleitung eines Planungs-Feststellungsverfahrens ist der Gemeinde nicht bekannt“, sagte Seel und forderte RP auf, damit unverzüglich zu beginnen.

In der Zwischenzeit, so der Vorschlag des Bürgermeisters, könne man für Lärmschutzfenster Zuschüsse bewilligen und Geschwindigkeitsbeschränkungen anordnen, gegebenenfalls auch nur nachts. Zudem solle es entlang der betroffenen Ortsdurchfahrt der Frankfurter Straße stationäre Geschwindigkeitskontrollen sowie Flüsterasphalt als Straßenbelag geben, so Bürgermeister Seel.

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