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Gemeindeversammlung am Sonntag: Bürger kämpfen für die Kita in Westerfeld

Von Immer wieder wird über den Erhalt des Kindergartens in Westerfeld diskutiert. Weil am Sonntag eine Gemeindeversammlung zu dem Thema stattfindet, hat sich jetzt eine Gruppe von Bürgern zu Wort gemeldet.
In diesem 110 Jahre alten Gebäude ist der Kindergarten untergebracht. Die Bürger haben Angst vor einem Verkauf. In diesem 110 Jahre alten Gebäude ist der Kindergarten untergebracht. Die Bürger haben Angst vor einem Verkauf.
Westerfeld. 

„Wir haben die moralische Verpflichtung, der jetzigen und den nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Stadtteil mit einer Kita, in der sich junges Leben entfalten kann, zu erhalten.“ Mit diesen Worten plädiert eine Gruppe Westerfelder, und darin ist auch ausdrücklich der Kirchenvorstand mit eingeschlossen, für den Erhalt der evangelischen Kindertagesstätte „Feldmäuse“ in dem Neu-Anspacher Stadtteil.

Denn: „Einmal Verlorenes kommt nie mehr zurück“, teilen Herbert Schütz, Erhard Kettenbeil, Bettina Schümmer, Hans Ulrich Frowerk, Ralf Dietmar Berg, Mata und Carola Fender, Herbert Barth, Helmut Steinheimer, Walter Böhmer, Roland Munkelt, Regina und Tim Sommerfeld, Susanne Witte sowie Hans Peter Friedrich mit. Für sie kommt der Verlust der Kita dem Tod eines lebenswerten und lebendigen Stadtteiles gleich. Die Gruppe weist deshalb auf die für den kommenden Sonntag ab 10.30 Uhr geplante Gemeindeversammlung in der Kirche hin, auf der über das Schicksal der Einrichtung gesprochen werden soll.

Bekanntlich sind gerade wieder Gerüchte über eine Zusammenlegung mit der Hausen-Arnsbacher Kita im Dorfgemeinschaftshaus laut geworden. Beide Einrichtungen arbeiten bereits seit geraumer Zeit zusammen und werden seit 2011 auch von Elvira Rosenstein-Rother gemeinsam geleitet.

Pfarrerin Beate Usener-Eichner, die als Vorsitzende der Kirchenvorstände sowohl von Westerfeld als auch von Hausen-Arnsbach verantwortlich ist, hatte gegenüber dieser Zeitung jüngst erklärt, die kirchlichen Einrichtungen zukunftsfähig machen zu wollen. „Wir wollen den Kindergarten für die Kinder erhalten“, hatte die Seelsorgerin außerdem erklärt.

Denkmalgeschützter Bau

Darauf, dass die Einrichtung in Westerfeld bleibt, nicht in den Nachbarort verlegt wird und das 110 Jahre alte, denkmalgeschützte Gebäude in der Usinger Straße, in dem die Mädchen und Jungen sowie der Jugendclub untergebracht sind, nicht verkauft wird, hofft auch die Bürgergruppe.

Sie kommt außerdem auf eine mehrtägige vorübergehende Schließung der „Feldmäuse“ zu sprechen, die zu Protesten der Eltern geführt hatte. „Es stellt sich die Frage, warum es dazu kommen musste und wie so etwas in Zukunft vermieden werden kann“, erklären die Westerfelder und erinnern daran, dass in der Vergangenheit eine stillschweigende Übereinkunft zwischen beiden Kitas und den Kirchenvorständen in Westerfeld und Hausen-Arnsbach bestand, sich mit Personal auszuhelfen. „Leider ohne rechtsverbindlichen Vertrag.“

Dies sei ein Problem und könne nicht immer funktionieren, wie sich jetzt gezeigt habe, sagt die Gruppe: „Es war in Westerfeld geschlossen, weil Hausen nicht aushelfen musste.“ Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Zuständigkeit des Dekanats Bad Homburg und der Rechtsabteilung der evangelischen Kirche, die ja verantwortlich für die Kitas sind.

Für die Zukunft müsse daraus eine Konsequenz gezogen und der Kita-Betrieb zuverlässig sichergestellt werden, findet die Bürgergruppe und spricht sich dafür aus, die Verträge so anzupassen, dass die Erzieherinnen in beiden Kindertagesstätten arbeiten. Außerdem setzt sie sich dafür ein, eine zweite Gruppe in Westerfeld einzurichten – dies vor allem vor dem Hintergrund, dass im Baugebiet Westerfeld West weitere Wohnungen und Häuser für Familien mit kleinen Kindern gebaut werden. Von geplanten 110 Wohnungen existiere erst etwa die Hälfte, weshalb noch weiterer Zuzug – mit weiterem Nachwuchs – zu erwarten sei, stellen sie fest. „Nirgends in Neu-Anspach wird so viel gebaut wie in Westerfeld.“

Außerdem berichten sie davon, dass es in ihrem Stadtteil viele Eltern gibt, die keinen Kindergartenplatz im Ort bekommen. So gebe es in Westerfeld 42 Kinder unter drei Jahren und 56 über drei Jahren, aber nur fünf besuchten die „Feldmäuse“ – dafür aber acht aus Hausen und vier aus Anspach, wie kürzlich von Amtsleiter Frank Vogel vorgelegte Zahlen bestätigen. Überall werde von zu viel Verkehr gesprochen und über hohe Spritkosten lamentiert, aber dann ein solcher „Kita-Tourismus“ betrieben, moniert die Bürgergruppe.

Genug Platz für Anbau

„In Westerfeld könnte eine komplette U3- und eine Ü3-Gruppe betrieben, Personalprobleme intern gelöst und dem langgehegten Wunsch vieler Eltern nach einem Kita-Platz für ihre Kinder in ihrem Stadtteil entsprochen werden.“ Der notwendige Platz für einen kostengünstigen Anbau an das bestehende Gebäude sei vorhanden, stellen sie außerdem fest. Und: „Ausreichend Kinder für beide Gruppen gibt es auch.“

Übrigens: Die Zukunft der „Feldmäuse“ ist auch Tagesordnungspunkt auf der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am kommenden Dienstag ab 20 Uhr im Bürgerhaus.

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