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Theatergruppe Kransberg: Bäuerin gibt Baron einen Korb

Von „Ein besonders warmer Tag“ hieß der Schwank in drei Akten von Brigitte Speidel. Den zeigte die Theatergruppe Kransberg im Bürgerhaus.
Andreas Odenweller (von links) als Baron von Schreckenstein und Klaus Hofmann als Knecht buhlen auf der Terrasse mit Gartenblick um die Gunst von Alwine Kleinbauer alias Nicole Baderschneider. Bilder > Foto: Evelyn Kreutz Andreas Odenweller (von links) als Baron von Schreckenstein und Klaus Hofmann als Knecht buhlen auf der Terrasse mit Gartenblick um die Gunst von Alwine Kleinbauer alias Nicole Baderschneider.
Kransberg. 

Da gewinnen Leute im Lotto und denken sie wären etwas Besseres. Da wird ein Mann erst 30 Jahre nach einem Schäferstündchen zum Vater. Da verlieben sich Männer in Männer und stellen dann fest, dass einer von ihnen eine Frau ist. Da vergucken sich Dienstmädchen in Ärzte und geben dafür eine gute Anstellung auf. Da kann ein verarmter Baron bei einer reichen Bäuerin nicht landen und holt sich stattdessen eine Krankenschwester auf sein Schloss.

Guter Hauptdarsteller

Die Rede ist nicht von einem Weihnachtsmärchen, sondern von der jüngsten Aufführung der Theatergruppe Kransberg zwischen den Jahren. Bei der hatten Akteure wie Zuschauer offensichtlich gleich viel Spaß. Die Hauptrolle mit sehr viel Text meisterte Lars Maibach als Heinrich Kleinbauer souverän. Der bekommt von seiner alleinerziehenden Mutter, alias Nicole Baderschneider, einen Reitkurs aufgezwungen, fällt prompt vom Pferd und kann sich wegen einer gespielten Knieverletzung nur per Rollstuhl von seiner Liege entfernen.

Vorschusslorbeeren gab es vom Publikum, kaum hatte sich der Vorhang geöffnet. Der Applaus galt einem Bühnenbild, wie es die Kransberger selten hatten. Unter der Federführung von Baderschneider hatten die Akteure in einer Gemeinschaftsarbeit die Bühne in eine Terrasse mit Gartenblick verwandelt. Liebevolle optische Details wurden ergänzt durch Vogelgezwitscher vom Band, die garantiert nicht vom Kransberger Wappenvogel, dem Kranich, kamen.

Kleine Schwächen

Doch Baron von Schreckenstein, alias Andreas Odenweller hat ganz andere Sorgen als den Garten: Weil er verarmt ist, kann er bei Alwine, der Besitzerin des Sonnenhofs nicht landen. Die hat nämlich im Lotto gewonnen, macht auf vornehm, erweist sich aber als Frau mit zierlichem Gehirn und will hoch hinaus. So wacht sie auch über ihren Sohn, damit kein Mädel wegen ihrem Geld hinter ihm her ist. Als Krankenschwester kommt daher nur eine resolute ältere Dame in Frage. Die wurde von Bühnen-Urgestein Amanda Odenweller-Schillmeier, der andere Rolle besser liegen, leider nicht ganz so überzeugend gespielt.

Als Schürzenjäger und Familienarzt Alfons Heilsam war hingegen Peter Lorfei in seinem Element. Er erntete so manchen Szenenapplaus, allein schon für gelungene Mimik. Der Doktor unterstützt seinen Freund Heinrich und fängt ein Techtelmechtel mit Dienstmädchen Lisa an. In dieser Rolle stand die erst 14-jährige Ann-Kathrin Gebhardt zum ersten Mal auf der Bühne und machte ihre Sache gut. Bleibt noch Klaus Hofmann als Knecht, der seiner Bäuerin 30 Jahre lang die Treue gehalten hat. Erst jetzt erfährt er, dass er der Vater von Heinrich ist und entschließt sich seine Alwine zu heiraten. Heinrich wird von seinem Freund dem Arzt durch eine Finte regelrecht zu seinem Glück gezwungen. Die als Psychologiestudent verkleidete Jugendliebe setzte Sina Schweitzer gekonnt in Szene. Sicherheit bei manchen Hängern gab routiniert Souffleuse Bärbel, Babsi Zänger.

Die nächste Aufführung der Theatergruppe findet wahrscheinlich wieder am 26. Dezember und an zwei weiteren Tagen zwischen den Jahren statt. Welches Stück die Laienschauspieler dann auf die Bühne bringen, entscheiden sie voraussichtlich im Sommer, danach starten traditionell die Proben.

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