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Autos aufschneiden will geübt sein

Von Reiner Buhlmann ist Autoabschlepper. Pkw, die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr funktionieren, holt er ab. Und dann sorgt er dafür, dass jede Schrottkiste zu einem superwichtigen, möglicherweise lebensrettenden Bestandteil wird.
So sehen Autos aus, die die Feuerwehr in den Fingern hatte. Reiner Buhlmann macht sie dann aber noch ein Stück kürzer. So sehen Autos aus, die die Feuerwehr in den Fingern hatte. Reiner Buhlmann macht sie dann aber noch ein Stück kürzer.
Merzhausen. 

„Ich brauche einen Zwei- und einen Viertürer und einen Combi.“ Wenn einer solche Extra-Wünsche erfüllen kann, dann ist es Reiner Buhlmann, genannt Bulli. Es geht um Schrottautos. Und die, die sie sich so sehnlichst wünschen, sind die Feuerwehrleute. Reiner Buhlmann stellt der Freiwilligen Feuerwehr seit 20 Jahren alte Fahrzeuge zur Verfügung, damit die Kameraden daran üben können.

Rund 500 sind es bis jetzt schon gewesen, schätzt er. Kostenfrei versteht sich. „Entweder ich bin fehl am Platz oder zu gutmütig“, sagt Reiner Buhlmann lächelnd, weiß aber genau, dass er der Feuerwehr helfen muss. Das liegt vielleicht daran, dass er selbst 18 Jahre lang stellvertretender Wehrführer war und bereits der Opa sich schon als Brandmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr engagierte. „Was ist denn, wenn einer im Auto eingeschlossen ist und niemand von der Feuerwehr weiß, wie der da herausgeholt werden soll?“, fragt Buhlmann. Wenn das nicht Grund genug sei, den Kameraden alte Autowracks zum Üben der Rettungsaktionen zu überlassen, sagt er.

Linienbus auf Lager

Die Feuerwehrleute kennen Reiner Buhlmann und sind froh, einen solchen Freund zu haben. Im Usinger Land reicht ein Anruf und Bulli stellt das gewünschte Auto vor die Tür des Feuerwehrgerätehauses. Kürzlich erst übten die Feuerwehrleute in Grävenwiesbach an einem großen Lastkraftwagen. „Ich habe sogar für solche Zwecke einen früheren Linienbus da hinten stehen“, sagt er und zeigt auf den hinteren Bereich seines Grundstücks. Jede Menge Autowracks sind dort geparkt.

Als Spezial-Abschleppdienst wird Buhlmann gerufen, wenn ein Pkw nach einem Unfall abgeschleppt werden muss. Und weil er mit den Anfragen der Feuerwehr rechnet, „parkt“ er den defekten Wagen erst mal in Merzhausen und kann sofort reagieren, wenn ein solches Auto benötigt wird.

Ist das Gefährt dann von der Feuerwehr mit schwerem Gerät zum Cabrio gemacht und das Dach abgetragen, dann kommt der Buhlmannsche Bagger zum Einsatz, der das Auto noch einmal kürzer macht. Auf diese Weise kann Reiner Buhlmann drei Autos übereinanderstapeln und mit dem Laster eine Vielzahl dieser Blechkisten nach Gießen in die Presse bringen. 40 Euro bringe ihm jedes Auto ein, gibt er zu. Die Fahrt, die Kosten dafür, die Zeit, all das rechnet er nicht mit ein. Übrig bleibt da jedenfalls nicht viel als Gewinn. Doch Reiner Buhlmann ist durch und durch Idealist. Das Engagement für die Feuerwehren ist ihm wichtiger als irgendein Gewinn.

Acht Wagen gleichzeitig

Seit 47 Jahren, früher noch unter der Leitung seines Vaters und seit 2001 in eigener Regie, hat er sich als Abschleppdienst Buhlmann einen Namen gemacht und sich dabei auf komplizierte Ölspurbeseitigung und Verkehrsflächenreinigung spezialisiert. Zerbeulte Autos bergen gehört ebenfalls nach wie vor dazu.

Zukünftig muss sich Reiner Buhlmann aber richtig anstrengen, um die Wünsche bezüglich der Autos für die Freiwilligen Feuerwehren zu erfüllen. „Für Lehrgänge auf Kreisebene werden jeweils bis zu acht Autos benötigt“, berichtet er von den aktuellsten Gesprächen mit Kreisbrandinspektor Carsten Lauer. Er hofft, dass er das hinkriegt. Aber bisher hat Reiner Buhlmann immer alles geschafft und konnte der Freiwilligen Feuerwehr im großen Rahmen helfen. Und das soll auch in Zukunft so bleiben, sagt er.

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