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Kosten übersteigen Einnahmen: Ausländerbeirat hofft auf mehr Geld

Von Öffentliche Sitzungen enden selten mit einem Fest. Dem Ausländerbeirat gelang es jedoch, seine Gäste zu einer Feier einzuladen – wenn auch nur zu einer klitzekleinen.
Die Ausländerbeiräte Hugo Craenen (links), Kate Wagner und Kibar Mescheder (rechts) mit ihrem Gast Stadtrat Michael Hahn probieren das traditionelle Aschura-Gericht. Foto: Dorit Lohrmann Die Ausländerbeiräte Hugo Craenen (links), Kate Wagner und Kibar Mescheder (rechts) mit ihrem Gast Stadtrat Michael Hahn probieren das traditionelle Aschura-Gericht.
Usingen. 

Mit sichtlichem Stolz präsentierte Kibar Mescheder in der jüngsten Sitzung des Ausländerbeirats das Ergebnis des diesjährigen Charitylaufs. Die Anzahl der Teilnehmer und zugleich die gelaufenen Runden hatten sich gegenüber dem Vorjahr merklich erhöht.

Drei Schulen – die Christian-Wirth-, die Helmut-Schmidt- sowie die Adolf-Reichwein-Schule – waren maßgeblich an der Aktion beteiligt, und einige herausragende Ergebnisse sowie die spontane Unterstützung der UTSG sowie des DRK beeindruckten zusätzlich. Sogar der Zwischenstand der bereits eingegangenen Sponsorengelder klang bemerkenswert: Gut 1750 Euro hat der Charitylauf bereits eingebracht, wobei noch einige Überweisungen ausstehen.

Höhere Ausgaben

Nun dient das Geld allerdings nicht dazu, die Kosten des Ausländerbeirats zu decken, sondern wird in das von den Rotariern initiierte Gewaltpräventionsprojekt an Schulen gesteckt. Die eigene Kasse bleibt davon unberührt. Die aber macht dem Ausländerbeirat zurzeit ziemliche Sorgen, weshalb Kate Wagner einen Antrag an den Magistrat gestellt habe, wie die Vorsitzende in der Sitzung verlautete.

Gestiegene Portokosten sowie eine deutliche Zunahme ausländischer Adressaten machten es erforderlich, das seit 2006 unveränderte Jahresbudget in Höhe von 1500 Euro aufzustocken, rechnete Wagner vor. „Damals haben wir 180 Euro für Mailings ausgegeben“, sagte sie. In diesem Jahr habe alleine schon das Porto 696 Euro gekostet. Jetzt hofft der Ausländerbeirat auf eine Erhöhung des Etats auf 2500 Euro.

Rückblick

Einen Rückblick auf die gesamte Ära des Gremiums soll es in der nächsten öffentlichen Sitzung am 28. November geben. „Dann ist der Ausländerbeirat genau 25 Jahre alt“, verriet die Vorsitzende und kündigte an, alle erreichbaren Amtsvorgänger und einstigen Kandidaten des Gremiums zur Jubiläumsfeier einzuladen.

Einen Gutteil der Sitzung nahm die Sorge um die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Usingen ein. Dort lebten noch immer hauptsächlich Einzelpersonen und kinderlose Paare auf Wohnungssuche, bestätigte Karin Mansouri, Mitarbeiterin der Flüchtlingshilfe in der Stadtverwaltung. Sie war als Gast zugegen und schilderte die im Rathaus beschlossenen Initiativen, die den Betroffenen helfen könnten.

Ein Schritt, der bereits zu einigem Erfolg geführt habe, sei die Übernahme von Mietverträgen durch die Stadt, sagte sie. „Uns macht das zwar viel Arbeit, aber es beruhigt Vermieter, weil sie sicher sein können, ihre Miete zu bekommen.“ Mit dieser Vorgehensweise habe die Stadt zwar einen hohen Verwaltungsaufwand, obwohl der Kreis dabei unterstütze, doch die Hilfen würden einigermaßen greifen. Es gebe noch ein paar Ideen mehr in der Pipeline, sagte Mansouri, deren Resultate sie derzeit aber noch nicht einschätzen könne. „Fest steht aber, am Montag wird keiner auf die Straße gesetzt.“ Eine rührende Beschreibung dessen, was in den Menschen, die vor vier Jahren nach Usingen gekommen sind, vor sich geht, schob Hugo Craenen nach. Auch was es für jene Menschen bedeutet, die nach vier Jahren als ehrenamtliche Flüchtlingshelfer nun den Schlüssel abgeben müssen, obwohl die notwendige Arbeit noch lange nicht erledigt sei. „Das Haus war viele Jahre ein Spiegel unserer Gesellschaft gewesen“, resümierte er.

Zwar waren nur wenige Gäste der Einladung des Ausländerbeirats gefolgt, nach der öffentlichen Sitzung auch noch das Aschura-Fest mitzufeiern – gänzlich unter sich waren die Mitglieder des Gremiums trotzdem nicht geblieben. Ilknur Baltaci hatte die traditionelle Aschura-Speise gekocht, die an eine Art Pudding erinnert. Dieser Tag, der zehnte Tag des Monats Muharram, ist für viele Muslime bedeutsam. Und entsprechend einem der zahlreichen Brauchtümer teilten die Beiräte die Speise mit ihren Gästen.

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