E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 24°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Heilige Drei Könige: Auf der Suche nach den edlen Gaben

Von Man stelle sich folgende Situation vor: Die Heiligen Drei Könige wären dieser Tage auf dem Weg zum Jesus-Kind. Unterwegs kommen ihre Gaben abhanden – an der Tankstelle vergessen oder verloren. Wo auch immer Gold, Weihrauch und Myrrhe abgeblieben sind, sie müssen erneut beschafft werden. Wo in Usingen würden die Könige fündig?
Pfarrer Paul Lawatsch kann mit Weihrauch aushelfen. Er wartet sogar mit verschiedenen Mischungen auf. Pfarrer Paul Lawatsch kann mit Weihrauch aushelfen. Er wartet sogar mit verschiedenen Mischungen auf.
Usingen. 

Gold, Weihrauch und Myrrhe waren zu Zeiten von Christi Geburt Gaben von unschätzbarem Wert. Vor allem deshalb, da sie weite Handelswege zurücklegen mussten, um in die Hände ihrer Besitzer zu gelangen. Folglich kamen die Heiligen Drei Könige nicht einfach nur mit Geschenken, sondern sie hatten sich das Ganze wohl auch etwas kosten lassen.

Woher genau die drei Weisen Kaspar, Melchior und Balthasar kamen, was genau das Morgenland war, ist nicht eindeutig verbrieft und beschäftigt die Gelehrten bis heute. Was hingegen eindeutig ist, ist die Art der Geschenke, die sie für das Jesus-Kind mitbrachten. Heute wären es vielleicht Babyrassel, Deckchen und Spieluhr, doch nein, die Heiligen Drei Könige entschieden sich für edle Geschenke mit besonderem Nutzen. Diesen weisen sie heute übrigens auch noch auf. Wer heute Gold, Weihrauch und Myrrhe besitzt, ist damit zwar nicht auch gleichzeitig reich, nützlich sind diese Gaben aber heute noch immer.

Nun liegt es durchaus auch in der Natur des Menschen, mal etwas zu vergessen. Wären die Heiligen Drei Könige heute unterwegs, hätten zufällig ihre Gaben an der Tankstelle oder irgendwo anders liegen lassen, dann hätten sie in Usingen gute Chancen, Ersatz zu bekommen. Denn hier gibt es die drei Gaben immer noch, wenn auch in etwas veränderter Form:

Gold als Anlage beliebt

Gold gilt nach wie vor als eine Kostbarkeit. Abgebaut wird das Edelmetall nahezu weltweit, wobei die größten Vorkommen in China, Australien, USA und Russland, aber auch Südafrika, Peru und Indonesien sind. Gold ist auch heute noch in Zeiten von niedrigen Zinsen eine beliebte Wertanlage. Was edel aussehen soll, wurde damals wie heute vergoldet. Viele Menschen verbinden aber mit dem Gold nicht nur den monetären Wert, sondern unterstreichen auch gerne den ideellen Wert mit Gold.

So verarbeitet Goldschmiedin Ricarda Groh das rohe Material zu Schmuck. Sie kreiert Ringe, Ketten und Ohrringe. „Vor 20 oder 30 Jahren war das Weißgold, später dann Roségold oder auch Platin bei den Trauringen sehr gefragt“, sagt die Goldschmiedin. Inzwischen gibt es auch bei den Trauringen, die sie aus Gold fertigt, wieder eine Trendwende: „Gefragt sind wieder Ringe aus dem ursprünglichen, gelben Gold.“ Individualität stehe im Vordergrund, auch beim Verlobungsring, der ebenfalls klassisch aus Gold mit einem eingefassten Solitär besteht. Selbst wenn die Trauringe im Alltag nicht von allen getragen werden, wünschen sich doch viele für den großen Tag einen Goldring.

Weihrauch trägt das Gebet

Es gibt wohl keinen Katholiken, dem der intensive Duft von Weihrauch fremd ist. Das luftgetrocknete Gummiharz wird aus dem Weihrauchbaum (Boswellia) gewonnen „und soll durch das Verbrennen die Gebete nach oben tragen“, erklärt der katholische Pfarrer Paul Lawatsch aus Neu-Anspach. Für ihn ist Weihrauch selbstverständlich ein Bestandteil des Gottesdienstes, „aber wir verwenden ihn nur an den besonderen Festtagen.“

Nicht etwa, weil Lawatsch den Geruch selbst nicht als angenehm empfinden würde, „aber es gibt Gottesdienstbesucher, die das gar nicht mögen“, weiß er. Außerdem sind für den Weihrauch zwei weitere Messdiener notwendig, die sich um das Verbrennen kümmern. Neben einem leichten Kratzen im Hals wird dem Weihrauch auch eine heilende und beruhigende Wirkung zugesprochen.

Myrrhe für die Mumien

Ebenso harzig wie der Name klingt, ist Myrrhe. Der bis zu drei Meter hohe Strauch wächst in Somalia, Südarabien und Äthiopien und ist seit langem als medizinisch wirksam bekannt. Die medizinische Wirkung der Myrrhe haben sich die Menschen schon vor mehreren tausend Jahren zu Nutzen gemacht. Während die Ägypter damit auch ihre Mumien einbalsamierten, ist Myrrhe noch heute im pharmazeutischen Bereich beliebt. Unter anderem ist sie in Zahnpasta zu finden. Simone Hahn, Inhaberin der Adler Apotheke, bietet die harzigen Klumpen als Rohmasse an, „aber die meisten Kunden fragen danach als Pulver für einen Schwedenbitter“, erklärt Hahn. Der Schwedenbitter-Kräutertrunk nach Maria Treben soll gegen eine Vielzahl von Beschwerden helfen.

Eine Myrrhetinktur ist seit jeher ein beliebtes Mittel für Entzündungen der Mundschleimhaut. Sie wirkt desinfizierend, schmerz- und blutstillend, außerdem lindert Myrrhe Beschweren bei Darmentzündungen- und Krämpfe.

Modern interpretiert waren die drei königlichen Gaben also durchaus nützlich im Alltag, um das Neugeborene finanziell und vor allem auch gegen gesundheitliche Malaisen gut auszustatten.

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen