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800 neue Wohneinheiten bis zum Jahr 2040

Von Im nächsten Jahr müssen die Neu-Anspacher Kommunalpolitiker entscheiden, welche Bauflächen sie für den neuen Regionalplan anmelden möchten. Vor zehn Jahren war die Stadt zurückhaltend gewesen, und das ist ihr zum Verhängnis geworden.
Im Baugebiet Westerfeld-West steht bereits der dritte Bauabschnitt an: Im Herbst ist Vergabe für drei Einzelhäuser und zwölf Reihen- beziehungsweise Doppelhäuser. Im Baugebiet Westerfeld-West steht bereits der dritte Bauabschnitt an: Im Herbst ist Vergabe für drei Einzelhäuser und zwölf Reihen- beziehungsweise Doppelhäuser.
Neu-Anspach. 

In Neu-Anspach wird in den kommenden Jahren viel gebaut. Das zeigen geplante Projekte wie in der Raiffeisenstraße (45 Wohnungen), auf dem Gelände der ehemaligen Shell-Tankstelle (46 Wohneinheiten) und am Ortseingang von Anspach in der Saalburgstraße, wo ehemals Opel-Jäger seinen Standort hatte (40 bis 45 Wohnungen). Doch ein Grundstück, das den Boom und die mit ihm einhergehenden Probleme dokumentiert wie kein zweites in der Stadt, ist die Baustelle in der Bahnhofstraße 30. Nachdem es um die Ausmaße des Wohn- und Geschäftshauses jahrelang Auseinandersetzungen gegeben und ein Anwohner sogar gegen das Projekt geklagt hatte, haben hier inzwischen die Arbeiten begonnen. Allerdings wurde dies erst möglich, als sich die Planer strikt an die Vorgaben hielten – vor allem hinsichtlich der Höhe. Jetzt entstehen im „Carré am Rathaus“ 30 Wohnungen – zu Quadratmeter-Preisen zwischen 3900 und 4600 Euro.

In der Bahnhofstraße 30 entstehen 30 Eigentumswohnungen – zu Quadratmeter-Preisen zwischen 3900 und 4600 Euro. Bild-Zoom
In der Bahnhofstraße 30 entstehen 30 Eigentumswohnungen – zu Quadratmeter-Preisen zwischen 3900 und 4600 Euro.

Das ist nicht gerade wenig, aber Wohnraum in Neu-Anspach ist Mangelware, und er ist begehrt. Das weiß auch Bauamtsleiterin Viola Feldmann. Und sie kann dies auch mit konkreten Zahlen belegen. So zeigt die Ermittlung der Bodenrichtwerte, dass die Preise in den vergangenen zwei Jahren um 15 bis 20 Prozent gestiegen sind. „So einen großen Sprung hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt die Rathaus-Mitarbeiterin. „Es ist den Leuten wirklich viel Geld wert, hier zu leben.“ Für sie liegt dies an der guten Infrastruktur, an der landschaftlichen Eingebundenheit und nicht zuletzt an der geplanten Elektrifizierung der Taunusbahn.

Auch der Ansturm auf die sieben Baugrundstücke in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, die kürzlich erstmals im Bieterverfahren weggegeben wurden, war groß. 23 Interessenten hatten sich beworben und das Mindestgebot von 360 Euro teilweise um mehr als 120 Euro übertroffen. Feldmann führt eine Interessentenliste und aktualisiert diese nach jedem Vergabeverfahren. 60 Leute stehen derzeit darauf, und nur ein Drittel von ihnen stammt aus der Stadt – der Rest kommt aus dem ganzen Usinger Land und aus dem Vordertaunus. Viele Angebote kann sie ihnen derzeit nicht machen. Im dritten Bauabschnitt von Westerfeld West soll im Herbst Vergabe sein. Dort ist Platz für drei Einzelhäuser und zwölf kleinere Parzellen – Reihen- und Doppelhäuser.

Neues Baugebiet

Das ist auch nicht eben üppig, und so ist geplant, nun auch noch „Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße Nord“ zu entwickeln – obwohl es nicht im Flächennutzungsplan vorgesehen ist, wie Feldmann sagt. „Es könnte trotzdem genehmigt werden“, erklärt sie, „wir haben ja keine anderen Flächen mehr und zudem großen Siedlungsdruck.“ Das 2,5 Hektar große Gelände bietet Platz für 110 Wohneinheiten – und vielleicht auch für Mehrfamilien- und Kettenhäuser. Und es hat noch einen großen Vorteil: Es gehört der Stadt. In Kürze werden sich die städtischen Gremien damit auseinandersetzen.

Kommune muss 2019 ihre Wünsche anmelden

Bekanntlich beschäftigt sich auch die unter der Leitung von Feldmann stehende Arbeitsgruppe „Siedlung, Wohnen und Leben“ innerhalb des „Masterplans 2040“ seit einigen Monaten intensiv damit, neue Bauflächen aufzutun. Sie hat bereits zwei große Flächen in Augenschein genommen, wägt derzeit zwischen beiden ab, trifft sich dazu auch an den Wochenenden, um die Topographien zu beurteilen, und wird anschließend eine Empfehlung abgeben. „Die 25 Mitglieder nehmen ihre Aufgabe sehr ernst“, berichtet Feldmann. Wohin die Reise geht, wird deutlich, wenn sie von den Dimensionen der künftigen Stadtentwicklung spricht: „Wir brauchen bis 2040 rund 800 Wohneinheiten.“

Kritik an „Klotz-Projekten“

Aber auch sie weiß, dass in der Kommune immer wieder Kritik an den sogenannten Klotz-Projekten laut wird – und das sowohl von Bürgern als auch von Politikern. Abgespeckt wurde deshalb nicht nur das derzeit im Bau befindliche „Rathaus-Carré“, sondern auch das geplante Projekt auf dem Opel-Jäger-Gelände. Nach Informationen von Feldmann wurden die auf den Anlieger-Versammlungen vorgebrachten Beschwerden berücksichtigt. Der Komplex besteht nicht mehr aus zwei großen, sondern aus fünf kleineren und zudem niedrigeren Häusern mit jeweils acht Metern Abstand dazwischen, was für mehr Lichteinfall in den darunter liegenden Wohnhäusern sorgt.

Auch eine Allee mit Bäumen soll gepflanzt werden, was dem Stadtbild an dieser Stelle sehr gut tut. Apropos Entrée: Hier denkt die Bauamtsleiterin schon weiter beziehungsweise an den direkten Nachbarn, den Schrotthändler Röhrig nämlich, dessen Umsiedlung auf das Gelände unterhalb der Deponie längst beschlossene Sache ist. Eine Einigung mit den Grundstücksbesitzern sei erzielt, der Bebauungsplan gehe bald auf die Reise, berichtet Feldmann. Auch dort soll später Wohnbebauung entstehen: „Das ist für die Umgebung gut.“

Überhaupt plädiert die Amtsleiterin dafür, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, beim neuen Flächennutzungsplan nicht zu bescheiden zu sein, lieber ein wenig mehr anzumelden und einen Vorrat zu bilden – wie es auch andere Kommunen tun. Vor zehn Jahren sei – noch unter dem Eindruck der Entwicklungsmaßnahme – beschlossen worden, nur noch Abrundungen vorzunehmen. „Das haben wir über die Jahre gut hingekriegt“, meint Feldmann, „aber jetzt müssen wir den richtigen Dreh finden: Das Grün erhalten und uns trotzdem entwickeln.“

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