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24 Stunden im Dauereinsatz

Von Einmal im Jahr darf die Feuerwehrjugend Berufsfeuerwehr spielen. Ein langes Wochenende steht dafür zur Verfügung.
Jugendleiter Peter Hess (rechts) bringt die neueste Technik auf die Anzeigetafel, und Oliver Schwinn bringt die Küche in Ordnung. Bilder > Jugendleiter Peter Hess (rechts) bringt die neueste Technik auf die Anzeigetafel, und Oliver Schwinn bringt die Küche in Ordnung.
Hundstadt. 

Der Leiter der Jugendwehr, Peter Hess, wollte eigentlich den diesjährigen Berufsfeuerwehrtag für seine Jugendwehr streichen. „Wir feiern selbst im Oktober unser 25-jähriges Bestehen“, sagte er. Außerdem seien einige der zwölf Mitglieder der Jugendwehr auch beim Fanfarenzug mit von der Partie, der ja gerade erst sein großes Jubiläum gefeiert hatte. Doch da hatte Peter Hess nicht mit seinen Schützlingen gerechnet: Der Berufsfeuerwehrtag muss stattfinden, befanden die jungen Leute.

Das war dem Jugendleiter letzten Endes dann doch ganz recht, denn dieses gemeinsam verbrachte Wochenende entfache den Teamgeist doch enorm, meinte er: „Nichts ist danach mehr so wie zuvor.“ Am vergangenen Wochenende war es nun soweit. Tatsächlich waren von den zwölf Mitglieder aber nur acht dabei, die anderen befanden sich noch in den Ferien. Doch die sechs Jungen und zwei Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren hatten ihren Spaß und jede Menge zu tun. Tanja Erle versorgte die Gruppe mit leckerem Essen, und Oliver Schwinn räumte hinterher alles auf.

Los ging es am frühen Freitagabend mit einem brennenden Strohballen in Heinzenberg. Beim Einsatz dabei: Die Heinzenberger Wehr, denn wie immer wurde der erste Übungseinsatz beim Berufsfeuerwehrtag zusammen mit einer Ortsteilwehr angegangen. Erst als das Feuer gelöscht war, gab es im heimischen Feuerwehrgerätehaus die heiß ersehnte Pizza.

Viel Zeit zum Ausruhen bleib nicht: Schon um 20.45 Uhr rief der Alarm sie zum nächsten Einsatz. Das alte Rathaus brannte. Symbolisch wohlgemerkt. Der Rauch, den die Jugendleiter mit einer Nebelmaschine im Jugendzentrum erzeugen wollten, musste aber ausfallen. „Der Nebler hätte alles völlig verdreckt“, erklärte Peter Hess. Doch die alten Feuerwehrhasen wussten, was zu machen war. Sie verpassten der Jugend eine Übungsmaske, die ihnen einen verqualmten Raum vorgaukelte. Drei Puppen und Caro Quastnitzka, die früher selbst Mitglied der Jugendwehr war, konnten gerettet werden.

Damit war aber längst noch keine Ruhe eingekehrt. Kurz vor 23 Uhr gab es erneut Alarm. Personen wurden vermisst und mussten oberhalb vom Bahnhof mitten im Wald gesucht werden. Am frühen Samstagmorgen war es eine künstliche Ölspur hinter dem Friedhof im Feldweg, die beseitigt werden musste. „Wir haben dafür Bioöl mit biologisch abbaubarem Spülmittel vermischt“, berichtete der Jugendleiter. So richte das Öl keinen Schaden in der Natur an. Die daraufhin folgende Übung für den Bundeswettkampf auf dem Sportplatz in Naunstadt war gegen die ständigen Einsätze dann fast schon eine Erholung. Dann lief eine gefährliche Flüssigkeit in einer Garage aus. Also nichts wie hin. Mit einem Leiterbecken, dass die Jugendlichen aus Leitern und einer Plane bauten, pumpten sie die Chemikalie ab und leiteten sie von dort weiter in einen Behälter. Mit dem Bergen einer Person in unwegsamen Gelände endete der Berufsfeuerwehrtag.

Übrigens gingen die Organisatoren um Peter Hess völlig mit der Zeit. Die Alarmierung zu den einzelnen Übungsteilen landete auf dem Smartphone der Jugendlichen. Zusätzlich waren große Monitore auf allen Etagen des Feuerwehrgerätehauses verteilt, auf denen genaue Anweisungen zu den Einsätzen zu lesen waren.

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