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Gewerbeverein: 100 Chancen für eine Ausbildung

Von Der Gewerbeverein legt sich ins Zeug. Am Wochenende gab es die bereits 11. Veranstaltung, die gut und gerne als Messe bezeichnet werden darf. Im Mittelpunkt standen diesmal wieder Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für junge Menschen.
Diesen engagierten Menschen ist die umfangreiche Ausbildungsmesse zu verdanken, die am Samstag heimische Ausbildungsbetriebe in drei Kommunen vorstellte. Foto: Dorit Lohrmann Diesen engagierten Menschen ist die umfangreiche Ausbildungsmesse zu verdanken, die am Samstag heimische Ausbildungsbetriebe in drei Kommunen vorstellte.
Usingen. 

Patrick Kleinhenz ist Koch. Mit Leib und Seele, wie er erzählt. „Man kann dabei so schön seine eigene Kreativität einbringen“, sagt er. Und überhaupt sei im Restaurantbetrieb oder in der Hotellerie stets der Kontakt zu anderen Menschen gewährleistet – ein Bestandteil seines Berufsalltags, den Kleinhenz besonders schätzt.

Obgleich der Koch mit seinen 28 Jahren selbst noch ziemlich jung ist, verfügt er bereits über die Qualifikation, die es ihm erlaubt, andere junge Menschen in seinen Fachrichtungen auszubilden. „Leider haben wir in der Gastronomie den höchsten Prozentsatz an Ausbildungsabbrüchen“, bedauert er.

Nachwuchs-Mangel

Am Samstag stellte sich Patrick Kleinhenz einen Tag lang in die Messehalle im Christian-Wirth-Saal, um interessierte junge Menschen für seinen Beruf zu gewinnen und ihnen die guten Chancen darzulegen, die sie in einem Restaurantbetrieb oder einem Hotel erwartet. Bei ihm im Gasthaus „Schöne Aussicht“ dürften junge Berufsanwärter durchaus schöne Aussichten auf ihre Karriere haben.

Aber nicht nur Kleinhenz beklagte den Mangel an Nachwuchs. In der Sparte Gesundheit, in der vor allem Pflegepersonal gefragt und gesucht wird, klaffen ebenfalls große Lücken. Allein die in der vergangenen Generation deutlich gestiegene Lebenserwartung verursachte eine Zunahme an Alters- und Pflegeheimen mit entsprechendem Bedarf an ausgebildeten Pflegekräften. Die im Usinger Land angesiedelten Einrichtungen wie das Kortheuer Haus aus Usingen, die Senioren-Residenz aus Schmitten oder der Seniorenpark Carpe Diem aus Weilrod-Hasselbach präsentierten bei der Ausbildungsmesse die beruflichen Chancen, die sie jungen Menschen bieten.

Viele Möglichkeiten

Die Palette der Berufe, zu denen Firmen im Usinger Land ausbilden, ist breit, wie sich junge Besucher – und manch begleitende Eltern – am Samstag vergewissern konnten. Sogenannte Schreibtischberufe im Finanzwesen oder in der Verwaltung finden sich darunter ebenso wie Handwerksberufe, die nach der persönlichen Einschätzung des Wehrheimer Bürgermeisters Gregor Sommer (CDU) vom Aussterben bedroht sind.

„Jeder will morgens frische Brötchen vom Bäcker haben“, sagte er am Rande der Messe in einem Gespräch mit der Taunus Zeitung. „Wenn es aber eines Tages nur noch Brötchen vom Backautomaten gibt, weil keiner mehr das Bäckerhandwerk gelernt hat, dann werden alle ganz schön dumm dreinschauen.“ Die Betrachtung des aus einer Handwerksfamilie stammenden Pfaffenwiesbachers zielte auch ein wenig auf den neuerdings verbreiteten Usus ab, von den eigenen Kindern das Abitur als Schulabschluss zu verlangen. „Wir brauchen unbedingt qualifizierte Handwerker“, unterstrich Sommer.

Als pensionierter Lehrer wünschte Usingens Parlamentschef Gerhard Liese (CDU) den jungen Besuchern, dass sie auf der Ausbildungs- und Weiterbildungsmesse etwas finden, das ihnen in ihrem Entscheidungsprozess weiter helfen könne. Bei allein 30 Top-Firmen unter den rund 100 Angeboten im Saal, dürfte dies nicht schwer gefallen sein. Nicht nur Eberhard Haag, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Main- und Hochtaunus, lobte die Mühe, die sich die Gewerbe aus Usingen, Wehrheim und Neu-Anspach unter der Federführung von Gewerbevereinsvorsitzendem Ralf Müller und seinem Team gemacht hatten, um solch ein umfangreiches Angebot auf die Beine zu stellen.

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