E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 28°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

So soll die Villa Gans bald aussehen

Von Bis Ende 2015 soll die Villa Gans saniert sein und nebenan ein Anbau fertiggestellt, in dem die Gäste des Dorint-Hotels nächtigen können. Der Zeitplan ist ambitioniert, vor allem, wenn man bedenkt, wie schlecht die noch vorhandene Bausubstanz des denkmalgeschützten Hauses ist.
Der Neubau soll räumlich an den Altbau der denkmalgeschützten Villa Gans angrenzen. Entsprechend dieser Planung des Oberurseler Architekten Andreas Schling vom Büro GHP will der Investor, die Igemet, den Komplex verwirklichen. 	Foto: tz/Architekturbüro GHP Der Neubau soll räumlich an den Altbau der denkmalgeschützten Villa Gans angrenzen. Entsprechend dieser Planung des Oberurseler Architekten Andreas Schling vom Büro GHP will der Investor, die Igemet, den Komplex verwirklichen. Foto: tz/Architekturbüro GHP
Oberursel. 

Martin Blodow dürfte derzeit einer der meistbeschäftigten Menschen in Oberursel sein. Er ist nämlich der Mann, der, salopp gesagt, die Villa Gans auf Vordermann bringt. Das war zuletzt im Wortsinn eine echte Wackelpartie, denn das 1909/1910 vom Industriellen Ludwig Wilhelm von Gans im Tudor-Stil eines englischen Landhauses errichtete Gebäude war tatsächlich nicht nur von Hausschwamm im Gebälk durchzogen (TZ berichtete), sondern war seinerzeit wohl ohne Fundament einfach auf die Erde gestellt worden. „Wir haben ja mit vielem gerechnet – aber damit nicht“, sagte Blodow gestern und fügte hinzu: „Das Gebäude ist nicht standsicher, was für uns bedeutet, dass wir unter das Erdgeschoss auch noch ein neues Fundament werden legen müssen.“

 

Schimmel und Schwamm

 

Mit schwierigen Nachrichten kennt Blodow, der Projektleiter für die Igemet, die Immobiliengesellschaft der IG Metall, die Bauherrin des künftigen Villa-Hotel-Komplexes ist, sich aus. Erst kürzlich musste er feststellen, dass etwa 80 Prozent der Dachbalken von Schimmel und Hausschwamm, einem das Holz zerstörenden Pilz, befallen waren. Weil das Dach stark einsturzgefährdet war, musste es abgetragen werden. Das führte dazu, dass man, wenn man durch den Bauzaun auf die Baustelle schaut (deren Betreten natürlich streng verboten ist), den Eindruck hat, von der Villa selbst sei nur noch ein Gerippe übrig. Was tatsächlich auch der Fall ist, denn „die darunter liegenden Decken mussten wir ebenfalls demontieren. Demnächst müssen wir auch die Wände des Obergeschosses entfernen – das werden wir mit Hebegeräten, also mit einem Kran oder Hubsteigern erledigen“, erklärte Igemet-Geschäftsführer Franz Julius Partes. Entfernen bedeutet allerdings nicht entsorgen, denn die Auflagen des Landesamtes für Denkmalschutz in dieser Hinsicht sind klar: Das Haus muss kernsaniert werden, also alle Balken, Decken, Wandvertäfelungen und Parkettböden, die herausgenommen wurden und noch zu retten sind, müssen auch wieder eingesetzt werden.

 

Villa bleibt das Herzstück

 

Das ist mit Blick auf den angepeilten Eröffnungstermin des 140-Zimmer-Hotels und Kongresszentrums Ende 2015 ein ordentliches Stück Arbeit, und auch eines, das Geld kostet. „Das Projekt ist aufwendiger als gedacht. Aber es ist, wie es ist, über genaue Summen sprechen wir nicht“, sagte Partes, der dann aber immerhin verriet, dass sein Unternehmen Investitionen „im zweistelligen Millionenbereich“ in das Prestigeobjekt pumpen wird. Ein Großteil davon dürfte in die Kasse des Generalunternehmers fließen, mit dem die Igement „kurz vor Vertragsunterzeichnung steht“, wie Partes erklärte.
 

ZUM THEMA Warum gefällt wird

Nicht nur die Villa Gans steht unter Denkmalschutz, auch der sie umgebende Park. Um den Park, in dem nach Angaben von Igemet-Projektleiter Martin Blodow „seit 70 Jahren nicht viel mehr als

clearing

Dass die Baumaßnahmen auf dem zehn Hektar großen Areal in den kommenden Wochen endlich beginnen können, freut natürlich nicht nur die Igemet, sondern auch die Stadt. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zeigte sich denn gestern auch mit einem strahlenden Lachen im Gesicht. „Das Projekt ist wichtig für uns als Hotel- und Tagungsstandort“, betonte der Rathauschef und fügte hinzu: „Und dass die Villa Gans als Herzstück des Komplexes fungiert, ist natürlich ganz in unserem Sinne.“

 

Gebäude für Mitarbeiter

 

In den Räumen der Villa sollen nach aktuellen Plänen die Lobby- und Empfangsbereiche des Hotels, sowie Suiten im Dachgeschoss untergebracht werden, zudem Gastronomieflächen und Tagungsräume. In Ergänzung zum Altbau wird in nordwestlicher Richtung ein Neubau (aus Taunus-Quarzit-Naturstein) mit Verbindung zum Altbau entstehen. Dieses Gebäude wird eine Grundfläche von 1250 Quadratmetern im Erdgeschoss haben und fünf Obergeschosse umfassen. Zusätzlich soll ein Gartengeschoss mit einer Grundfläche von 3000 Quadratmetern entstehen, in dem der Wellnessbereich, ein Tagungssaal mit Nebenräumen, die Gastronomie, die Küche und die Haustechnik untergebracht sind. Im Erdgeschoss, den drei Obergeschossen und dem Staffelgeschoss des Neubaus liegen die Hotelzimmer.

Zimmer wird es aber noch weitere geben – und zwar fürs Personal der Neue Dorint GmbH, die das Haus betreiben wird. Die Igemet wird für die Hotelmitarbeiter zwei weitere historische Gebäude auf dem Grundstück sanieren, und zwar das „Charles-Keller-Haus“ und das „Jägerhaus“. Von 2016 sollen sie bezogen werden können.

 

Zur Startseite Mehr aus Hochtaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen