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Kein Neubau: Schock: Absage an Kinderklinik

Von Der Traum einer Kinderklinik für Bad Homburg ist zunächst einmal geplatzt. Das Sozialministerium hat eine Bewilligung abgelehnt. Im Kreis herrscht Bestürzung.
Die Arbeiten an den neuen Hochtaunus-Kliniken gehen zügig voran. Doch für die Kinderklinik ist erst einmal Schluss. Foto: Symbolbild. Die Arbeiten an den neuen Hochtaunus-Kliniken gehen zügig voran. Doch für die Kinderklinik ist erst einmal Schluss. Foto: Symbolbild.
Bad Homburg. 

Monatelang haben die Bürger im Hochtaunuskreis, die Verantwortlichen der Hochtaunus-Kliniken und vor allem die Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins für eine Kinderklinik in Bad Homburg auf eine Antwort aus dem Sozialministerium gewartet – jetzt ist sie da. Doch die Botschaft aus Wiesbaden ist ein Schock. „Eine eigene Kinderklinik ist aus fachlichen Gründen nicht vertretbar“, lässt Minister Stefan Grüttner (CDU) wissen.

Nach einer intensiven Analyse beabsichtige sein Ministerium, den Antrag auf eine Kinderklinik an den Hochtaunuskliniken abzulehnen. „Wir verstehen den Wunsch, eine solche Versorgung aufzubauen, da die Hochtaunus-Kliniken, wie viele andere Kliniken auch, ihr Spektrum gerne erweitern möchten. Wir können den Antrag aber nicht befürworten, da durch die bestehenden Kliniken in Frankfurt sowie Limburg und Gießen der Bedarf gedeckt ist und eine sehr gute medizinische Versorgung auch für Risikogeburten sichergestellt ist“, so Grüttner weiter. Von Bad Homburg aus sei beispielsweise die Klinik in Höchst in wenigen Minuten erreichbar.
 

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Damit sieht sich Grüttner auf einer Linie mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. „Nach Beschlusslage des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen liegt der kinderärztliche Versorgungsgrad im Hochtaunuskreis bei 141,5 Prozent. Der Planungsbereich gilt somit als überversorgt“, heißt es vonseiten der KV.

 

Grüttners Beruhigungspille

 

Und auch aus Sicht der Notfallversorgung sei eine Kinderheilkunde nicht erforderlich. Im Krankenhausplan sei festgehalten, dass jede an der Notfallversorgung teilnehmende Klinik ein pädiatrisches Konsil vorzuhalten habe. Das sei an den Hochtaunus-Kliniken sichergestellt.

Zum Schluss verteilt Grüttner noch eine Beruhigungspille: So sagte der Minister dem Hochtaunuskreis seine „volle Unterstützung“ zu, Bemühungen, in Bad Homburg die gesundheitliche Versorgung von Kindern zu verbessern, voranzubringen. Grüttner denkt da an eine Kindernotfallambulanz in Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten, dem Bürgerhospital oder der Klinik Höchst – vorausgesetzt, die Kassenärztliche Vereinigung sage zu, die Kosten zu tragen. Denn die Frage, wo Eltern abends und am Wochenende eine kinderärztliche Versorgung erhalten, könne durch eine eigene Kinderklinik nicht gelöst werden. Grüttner: „Ich biete daher an, Gespräche mit der KV Hessen zu führen, um zu erreichen, dass der kinderärztliche Notdienst in Bad Homburg in ausreichendem Umfang geboten wird.“

 

Bilderstrecke Bad Homburg: Umzug der Hochtaunus-Kliniken
Die Betten sind leer und die Flure schon bald verwaist. Der Umzug der Hochtaunuskliniken ist bald abgeschlossen. Fotos: Reichwein (50), Sajak (12)Liegendpatienten werden zu den Transportfahrzeugen gebrachtDie Gynäkologie am Nachmittag



 

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