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Landrat und Klinik-Chefin müssen Fakten darlegen

Beim Streit um die Kinderklinik legen jetzt die Hochtaunus-Grünen nach. Der Förderverein gibt sein Vorhaben unterdessen nicht auf.
Bad Homburg. 

Nachdem schon die SPD-Landtagsabgeordnete Elke Barth der CDU Unehrlichkeit attestiert hat, als bekannt worden war, dass auf dem neuen Homburger Krankenhaus-Areal kein Platz für die von vielen gewünschte Kinderklinik ist, fragen sich jetzt auch die Kreis-Grünen, wie es dazu kommen konnte. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Bebauungsplan zwischen Stadtplanung und Klinikleitung eng abgestimmt war“, erklärt Fraktionsvorsitzende Jutta Bruns. „Außer den Diskrepanzen über die Anzahl der oberirdischen Parkplätze war seitens der Klinikleitung bis heute kein Wort über notwendige Veränderungen am Bebauungsplan in einem der zuständigen parlamentarischen Gremien zu hören.“ Sie fragt: „Sollten wir als Parlamentarier nicht von der Krankenhausbetreiberin informiert werden, welche Probleme bestehen?“

Und die grüne Kreistagsfraktion hat weitere Fragen. Unter dem Motto „Quo vadis, Krankenhaus?“ will sie mit einer umfassenden Anfrage Antworten von der Kreisverwaltung bekommen. „Wir wollen wissen, welche Möglichkeiten am Krankenhaus-Standort Bad Homburg bestehen und welche Entwicklungen dort umgesetzt werden sollen“, erläutert Bruns.

Nach Ansicht von Norman Dießner, Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Aufsichtsrat der Hochtaunus-Kliniken, muss Landrat Ulrich Krebs (CDU) vor allem darlegen, „welche Planungen möglich sind, und nicht in der Öffentlichkeit weiter Hoffnungen schüren, alles sei am Klinikstandort Bad Homburg möglich“. Als Aufsichtsratsvorsitzender sollte Krebs doch „Fachmann sein, welche Baufenster für welche Entwicklungsmöglichkeiten möglich sind“. Und so halten die Grünen auch „den öffentlichkeitswirksamen, angeblichen Schock der Verantwortlichen im Kreis nach dem ablehnenden Bescheid für die Kinderklinik für wenig glaubhaft“.

Der Förderverein Kinderklinik hofft derweil noch auf einen „konstruktiven Dialog“ mit dem Sozialministerium, so der Vorsitzende Riklef von Schüssler. „Zu besprechen gilt es vor allem die von Sozialminister Grüttner herangezogene Statistik, die lediglich belegt, dass in der Stadt Frankfurt zu viele Kinderbetten vorgehalten werden, nicht aber in der Region.“ Auch über das Argument, dass es nur wenige Minuten vom Taunus nach Frankfurt dauere, müsse man sprechen – die Dauer hänge ja an der Verkehrsdichte.

Fast 14 000 Hochtaunus-Bürger seien unzufrieden mit der derzeitigen Versorgung, so von Schüssler. Der Förderverein, der entsprechend viele Unterschriften gesammelt hat, lässt sich durch die Entscheidung des Ministeriums nicht entmutigen. „Wir kämpfen weiter für die Kinderklinik – kämpfen Sie mit!“ so Trude Sommer, die Initiatorin der Bewegung.

(ahi)
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