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Gedränge auf dem Gesundheits-Campus

Von Wie viele freie Baufelder gibt es noch auf dem Gesundheits-Campus? Hinter dieser berechtigten Frage verbirgt sich ein spannender politischer Poker zwischen der Stadt Bad Homburg und dem Kreis.
Bad Homburg. 
Bild-Zoom

Die Hochtaunus-Kliniken haben ihren Betrieb aufgenommen, das Parkhaus ist eröffnet, die Rettungswache des DRK soll im Mai fertiggestellt sein und auch der Spatenstich für das Ärztehaus wurde bereits zelebriert. Doch damit sind die geplanten Bautätigkeiten auf dem Gesundheits-Campus noch längst nicht beendet. Mit dem Dialysezentrum, dem Personalwohnheim und der psychiatrischen Vitos-Klinik sind weitere Projekte in der Pipeline – nicht zu vergessen die von vielen Menschen im Hochtaunus sehnlichst erhoffte Kinderklinik. Entsprechende Bauvoranfragen liegen zum Teil auch schon vor.

Aber eben diese Entwicklung bereitet der Stadt Kopfzerbrechen. Denn in der Verwaltung hat man ein grundlegendes Problem ausgemacht: Die Kontingente an bebaubaren Grund- und Geschossflächen, die durch den Bebauungsplan festgelegt werden, sind beinahe ausgereizt. Die Verwaltung befürchtet ein „erhebliches Konfliktpotenzial“. Einen Grund für dieses „Platz-Problem“ sieht die Stadt darin, dass das eigentliche Klinikgebäude größer ausgefallen ist als vorgesehen: Geplant waren eine Grundfläche von 11 612 und eine Geschossfläche von 46 447 Quadratmetern; herausgekommen sind aber 16 547 Quadratmeter Grundfläche und 60 244 Quadratmeter Geschossfläche.

Bilderstrecke Bad Homburg: Umzug der Hochtaunus-Kliniken
Die Betten sind leer und die Flure schon bald verwaist. Der Umzug der Hochtaunuskliniken ist bald abgeschlossen. Fotos: Reichwein (50), Sajak (12)Liegendpatienten werden zu den Transportfahrzeugen gebrachtDie Gynäkologie am Nachmittag

Das hat zunächst zur Folge, dass die Stadt eine Bauvoranfrage der Hochtaunus-Kliniken für einen „Neubau eines Gebäudes für stationäre medizinische Nutzung“ negativ bescheiden wird. Das geht aus einem Schreiben von Stadtplaner Holger Heinze an die Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken, Dr. Julia Hefty, hervor, das der TZ vorliegt. In selbiger Angelegenheit hat sich auch OB Michael Korwisi (Grüne) per Brief an Landrat Ulrich Krebs (CDU) gewandt. Der OB erinnert daran, dass der geltende Bebauungsplan „aufgrund der Vorgaben der Hochtaunus-Kliniken“ erstellt worden sei. Die „aktuell auftretende Flächenknappheit“ sei also nicht der Stadt anzulasten. Daher äußert der OB den Wunsch, die Entscheidung über die anzusiedelnden Nutzungen „nicht zu instrumentalisieren“.

 

Der schwarze Peter

 

Hintergrund für den regen Briefwechsel zwischen Stadt und Landratsamt könnte die anstehende Entscheidung in Sachen Kinderklinik sein. Sollte das Projekt – woran auch immer – scheitern, möchte dafür niemand den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Denn, wenn Dialysezentrum, Wohnheim und Vitos-Klinik auf dem Areal errichtet würden, wäre für die Kinderklinik laut B-Plan kein Platz mehr da. In dieser Klinik sieht aber auch der OB, der übrigens dem kürzlich gegründeten Förderverein ebenfalls beigetreten ist, einen „wichtigen Standortfaktor“. In seinem Schreiben sagt Korwisi dem Landrat daher seine Unterstützung bei der politischen Lösung im Hessischen Landtag zu.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das Homburger Stadtparlament einer möglichen Vitos-Ansiedlung äußerst kritisch gegenüber steht, wird ein Schuh draus. Die einfache Rechnung: Vitos und Kinderklinik sind auf dem Areal aus Platzgründen nicht zu realisieren. Also müsste sich der Kreis entscheiden, welcher der beiden Einrichtungen er lieber haben möchte . . .

Die angebotene Hilfe in Sachen Kinderklinik hört Landrat Krebs gerne. „Die Kinderklinik bräuchte eine Verbindung zum Haupthaus, damit wäre die maximale Länge des Komplexes überschritten“, so Krebs. Da wäre städtische Hilfe beim B-Plan durchaus erwünscht. Zu den aktuellen Bauvoranfragen will sich der Landrat nicht äußern: „Da handelt es sich um laufende Verfahren, die noch nicht abgeschlossen sind.“ Allerdings ist er sich durchaus bewusst, dass es gerade, was die Ansiedlung von Vitos angeht, bei Stadt und Kreis unterschiedliche Sichtweisen gibt. Doch Krebs ist zuversichtlich, eventuelle Probleme bei einem anstehenden Treffen mit Korwisi ausräumen zu können.

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