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Andrang bei den Hochtaunus-Kliniken

Von Das Interesse am neuen Krankenhaus ist riesig. Beeindruckt waren die Besucher vor allem von der modernen Technik im Hybrid-OP und von der Geräumigkeit der Privat-Suiten.
Großer Andrang im Hybrid-Operationssaal. Im Minutentakt erläuterte Dr. Sasa-Marcel Maksan, Chefarzt der Gefäßchirurgie, welche Möglichkeiten die futuristisch anmutenden Geräte für die Medizin bieten.	Fotos: Jochen Reichwein Bilder > Großer Andrang im Hybrid-Operationssaal. Im Minutentakt erläuterte Dr. Sasa-Marcel Maksan, Chefarzt der Gefäßchirurgie, welche Möglichkeiten die futuristisch anmutenden Geräte für die Medizin bieten. Fotos: Jochen Reichwein
Bad Homburg. 

Freitag, 10 Uhr. Im Landratsamt sind alle Parkplätze belegt. Besucher strömen über die Zeppelinstraße, an der noch kräftig gebaut wird. Im Foyer der neuen Klinik bewegt sich die erste Menschentraube in Richtung Notaufnahme. Alle fünf Minuten beginnt eine Führung durch das weitläufige Gebäude. In den ersten zwei Stunden des ersten Tages der offenen Tür werden bereits knapp 700 Besucher durch die automatische Eingangstür gekommen sein. Nur gut, dass am Donnerstag gerade noch daran gedacht wurde, die Veranstaltung bei der Stadt genehmigen zu lassen . . .

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Von 10 bis 18 Uhr OP und Patientenzimmer sehen.

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Mit Charme und Humor führen die Klinik-Mitarbeiter die Gäste durch die geräumigen Gänge, die sie selbst gerade erst kennengelernt haben. Wegen des Andrangs muss die Gruppe immer wieder warten; man fühlt sich ein bisschen wie im Schloss Versailles. Und die Besucher haben viele Fragen. „Sind vom Umzug Patienten betroffen?“, will ein älterer Herr wissen und erhält die Antwort, dass 150 bis 200 Patienten transportiert werden müssten. Der Umzug werde wie geplant am 15. März vonstatten gehen, erläutert Heike Freise, onkologische Krankenschwester, die diese Führung leitet. „Also nicht wie beim Berliner Flughafen“, lacht ein Besucher. Eine Dame sucht die Toiletten.

Heribert Franzke, stellvertretender Pflegedienstdirektor, nutzt den Stau, um zu erläutern, was anders, besser ist in der neuen zentralen Notaufnahme. Entsprechend dem Manchester-Triage-System werde sofort eine Priorisierung vorgenommen. Die dringendsten Fälle würden sofort behandelt, die entsprechenden Ärzte herbeigerufen. „Wird hier geturnt?“, fragt eine Frau mit Blick auf einen von der Decke hängenden Ring in einem der Schockräume. „Nein, eingegipst“, entgegnet Klinik-Mitarbeiterin Heike Schui lächelnd.

 

Halbes Jahr Technik geübt

 

Ehe sich die Besucher versehen, befinden sie sich mitten in einer Bauchschlagader. Kaum jemand lässt es sich nehmen, durch das begehbare Gefäßmodell zu laufen – und über die Kalkablagerungsberge zu staunen. Gerne würden einige Besucher weitere medizinische Fragen stellen, doch die OPs warten. Ehrfürchtig betrachten die Gäste die Liegen, auf denen Patienten künftig für den Eingriff vorbereitet werden, und den halb aufgerichteten OP-Stuhl, der auch in einer Zahnarztpraxis stehen könnte. „Wie viel kostet der?“, will jemand wissen. 100 000 Euro pro Stuhl, lautet die Antwort – der komplett ausgestattete Raum das Doppelte.
 

Bilderstrecke Die Neubauten der Hochtaunus-Kliniken
Tag der offenen Tür bei den Hochtaunus-Kliniken: Am 14. Februar 2014 konnten Besucher die Neubauten der Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg besichtigen. Beeindruckt waren viele von der modernen Technik, aber auch von der Großzügigkeit der Räumlichkeiten. Werfen auch Sie mit unserer Fotostrecke einen Blick ins neue Krankenhaus! (Alle Fotos: Jochen Reichwein)Gebären im Wasser oder auf der Liege ? für die Kreißsäle interessieren sich nicht nur Frauen.Ein Patientenzimmer in der Geriatrie.

 

In die Millionen geht der Wert des benachbarten Hybrid-OP, von denen es nur zehn in ganz Deutschland gebe, wie Dr. Sasa-Marcel Maksan, Chefarzt für Gefäßchirurgie, erläutert. Wie die Kommandozentrale in einem Raumschiff mutet er an. Ein riesiger Roboterarm erstreckt sich durch den Saal; auf einem Monitor drehen sich dreidimensionale Bilder eines Brustkorbs. Hier werden mehrere Behandlungsschritte vereint; dadurch könnten besonders komplexe Gefäß-Operationen vorgenommen werden. Etwa bei einem Riss der Hauptschlagader – „da kommt es auf Sekunden an“, so Maksan. Seit einem halben Jahr seien seine Mitarbeiter daran, bei Siemens die Technik der neuen Geräte zu lernen.

Die Info, dass man im Aufwachraum eine schöne Aussicht auf die nahen Felder und die ferne Skyline hat, nehmen viele Besucher mit einem schiefen Lächeln hin. „Gut, wenn man gesund ist“, murmelt eine ältere Dame beim Rausgehen.

 

Edle Suiten für Araber

 

Beeindruckt wirken die meisten Besucher – vor allem von der räumlichen Großzügigkeit. „Alles ist übersichtlich, wenn man hierher muss, braucht man keine Angst zu haben“, sagt Marianne Sachermeier (75) aus Bad Homburg. Udo Schreiter aus Friedrichsdorf möchte hingegen die Klinik am liebsten erst erleben, „wenn sich alle Prozesse eingespielt haben“. „Manche Patienten werden bedauern, dass sie schon entlassen werden“, mutmaßt die Homburgerin Anne Heyse im dritten Stock – dort läuft man auf edlem Holz, die Tresen glänzen dunkelrot statt krankenhausgrün. Die Privatstation bietet auch Zwei-Raum-Suiten mit Blick zum Altkönig – hier wurde an die zahlungskräftige Klientel aus dem Orient mit Anhang gedacht.

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