E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Usingen 30°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse
4 Kommentare

Debatte: Wie lässt sich das Verkehrschaos auf dem Schweizer Platz ordnen?

Rund um den Schweizer Platz muss etwas passieren. Die Verkehrsführung ist weder für Auto- und Radfahrer noch für Fußgänger angenehm. Nur wie lässt sich das Problem in kleinen Schritten lösen?
Den quirligen Charakter soll die Schweizer Straße behalten, nur etwas geordneter soll es dabei zugehen. Foto: Faust Den quirligen Charakter soll die Schweizer Straße behalten, nur etwas geordneter soll es dabei zugehen.
Sachsenhausen. 

Bei zwei Punkten sind sich die 40 Anwohner und Architekten im Lesecafé an der Diesterwegstraße einig. Erstens: Das Viertel rund um den Schweizer Platz ist sehr schön. Es gibt viele kleine, inhabergeführte Geschäfte, die dem Quartier einen eigenen Charakter geben. Architekt Michael Landes sagte auch, dass das Verhältnis von Straßenbreite und der Höhe der Häuser das Viertel so ästhetisch ansprechend mache.

Der zweite Punkt ist: Wie hier der Verkehr geregelt wird, ist eine absolute Katastrophe. Straßenbahn, Autos, Radfahrer und Fußgänger, jede erdenkliche Form des innerstädtischen Verkehrs trifft hier aufeinander. Für Radfahrer gibt es keine gesonderten Wege und da auf der Straße schon Autos und Straßenbahnen mit einander ringen, weichen die lieber auf die Fußwege aus. Von dort kommen sie dann so schnell nicht mehr auf die Fahrbahn. Parkende Autos reihen sich aneinander und bilden eine unüberwindliche Blockade. Darum ist es auch für Fußgänger nicht so leicht, einfach mal die Straßenseite zu wechseln.

Kein Unfallschwerpunkt

Überdurchschnittlich viele Unfälle gebe es laut Unfallstatistik zwar nicht, sagte Ursula auf der Heide. „Als ängstlicher Fahrradfahrer will man das Viertel aber lieber meiden.“ Auf der Heide ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer. Sie hatte am Donnerstagabend zu der Diskussionsrunde ins Lesecafé eingeladen.

Auf den Fußwegen sieht Landes noch ein weiteres Problem: Die seien mit sechs Metern zwar recht breit. „Den ganzen Raum hat man aber mit gutgemeinten Sachen zugemüllt.“ Er spricht von den Bücherschränken, den große Blumenkästen und den vielen Fahrradständern, die sich auf dem Fußweg über die ganze Straßenlänge verteilen. „Jedes für sich, ist sicher sehr schön. In der Summe ist es aber viel zu viel.“ Die Fahrradständer sollte man eher an einer Stelle sammeln.

Wie könnte also eine Lösung aussehen? Die kleine Gruppe dort im Hof des Lesecafés nahm sich einige Ideenskizzen für den Schweizer Platz und die angrenzenden Straßen als Diskussionsgrundlage. Die hatte das Deutsche Architekturmuseum für die Ausstellung „Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt“ gesammelt und präsentiert. Alle Vorschläge wollten das Durcheinander aufräumen. „Da muss man aber aufpassen, dass man das Viertel nicht tot ordnet“, sagte Wolfgang Siefert. Er gehört zur Römer-Fraktion der Grünen und ist Vorsitzender des Verkehrsausschuss. Das Viertel solle seinen quirligen Charakter schon behalten.

Ein Muss: Radwege

Separate Radwege müssen zu einer Lösung gehören. Das ist allen klar. Dafür wollten die meisten Vorschläge Parkplätze streichen. Das fanden viele gut, aber nicht alle. „Ich habe ein Auto und will nicht eine dreiviertel Stunde einen Parkplatz suchen“, sagte ein Anwohner. Schon jetzt sei der Parkdruck sehr hoch. Die Frau neben ihm gab ihm sofort recht. Sie hat ein Geschäft auf der Schweizer Straße. „Wenn noch mehr Parkplätze fehlen, wo sollen dann meine Kunden halten?“ Darauf eine Anwohnerin: „Dass man mit dem Auto zum Einkaufen hierher kommt, ist doch ein Märchen. Ist doch eh alles zugeparkt.“

Eine Mehrheit gab es auch für die Idee, die Straßenbahnhaltestelle in die Mitte des Schweizer Platzes zu verlegen. Als Auf der Heide fragte: „Wer möchte, dass man auf der Schweizer nur 30 Kilometer pro Stunde fahren darf“, gingen alle Hände nach oben.

Aus den Vorschlägen, die den Anwohnern zugesagt hatten, will auf der Heide ein Gesamtkonzept formen. Dieses soll sich dann in kleinen Schritten mit Anträgen im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) und den Verkehrsausschuss umsetzen lassen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen