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Vom Gallus aufs Land

Die Klasse 4a der Hellerhofschule erkundete im Rahmen des Projekts ZING die Schwanheimer Düne, ein 60 Hektar großes Naturschutzgebiet. Die Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen in Europa.
Mit Heidi Wieduwilt auf Erkundungsgang.	Foto: Fatma Güngör Mit Heidi Wieduwilt auf Erkundungsgang. Foto: Fatma Güngör
Frankfurt. 

Die Klasse 4a der Hellerhofschule erkundete im Rahmen des Projekts ZING die Schwanheimer Düne, ein 60 Hektar großes Naturschutzgebiet. Die Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen in Europa. Der Boden besteht aus Flugsand. Es gibt in dem Naturschutzgebiet mehrere Seen, in denen zum Teil vom Aussterben bedrohte Tiere leben. Auch in den trockenen Lebensräumen sind viele seltene Pflanzen- und Tierarten zu finden.

Von Eftelya Tükengün, Bahdon Fahra-Werseme, Flavio Vincenco Romano, Laura Tesch

Ein FFH-Gebiet ist ein von der Europäischen Union ausgewähltes Naturschutzgebiet. FFH ist die Abkürzung für Flora (Pflanzen), Fauna (Tiere) und Habitat (Lebensraum). Dabei handelt es sich um eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union zur Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Die Schwanheimer Düne wurde unter anderem wegen des sehr seltenen und wertvollen Silbergrases von der EU zu einem FFH-Gebiet ernannt. Die EU ist jetzt so etwas wie ein Beschützer für die Binnendünen.

Gabriela Powroznik, Eib Ibraimov Ejubov, Nertila Luzhnica, Phillip Gorgiovski, Resad Dazdarevic

Vor etwa 10 000 Jahren ist die Schwanheimer Düne entstanden. Damals war sie mit einer ein Kilometer dicken Gletschereisschicht überdeckt. Das Eis bewegte sich in Zeitlupentempo Richtung Meer. Dabei hat es die Steine durch sein Gewicht zermahlen, und aus den Steinen entstand Sand. Der Wind hat den Sand bis zum Taunus weggeweht, über die Berge im Taunus hat der Wind es nicht geschafft. Deswegen sammelte sich der Sand vor den Bergen, wo wir heute die Binnendüne besichtigen können.

Von Athanassia Tromara, Fatma Güngör, Nermin Handzic, Mohammed Qaterjy

In der Schwanheimer Düne gibt es über 300 Vogelarten, zum Beispiel den Pirol, den Mäusebussard, den Star und den Grünspecht. Aktuell leben dort 15 Nachtigallen-Brutpaare, die die Klasse 4a mit ihrem tollen Gesang begrüßten. Da es kaum noch Bauern gibt, die die Obstbäume pflegen, finden die Vögel nur noch schwer ihre Nahrung. Auf der Wanderung entdeckte die Klasse 4a am Anfang des Bohlenweges einige Zauneidechsen.

Heidi Wieduwilt vom BUND Frankfurt, die die Klasse führte, berichtete, dass die Männchen grün sind, bevor sie sich paaren, denn sie wollen in der Paarungszeit auffallen. Die Weibchen sind braun, damit sie sich tarnen können. Eidechsen sind taub, können aber Erschütterungen spüren. Vom Bohlenweg aus entdeckten die ZING-Reporter auch die seltenen Sandbienen. Wenn sie ihre Eier legen wollen, betäuben sie eine Spinne, die sie in ein selbst gegrabenes Loch ziehen. An diese gelähmte Spinne legt die Sandbiene ihr Ei. Das geschlüpfte Junge isst dann die Spinne von hinten auf. Dadurch ist seine Ernährung in den ersten Wochen gesichert. Zum Glück ist die Spinne so betäubt, dass sie keine Schmerzen hat. Um den verschiedenen Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum zu erhalten, gibt es Schafe in der Düne, die das Gras kurz halten.

Von Nassira Abdessadki, Denis Planic, Marcel Schwager, Sven Glavic-Wendler, Rania Bachiri

Die Klasse entdeckte neben den verschiedenen Tieren auch interessante Pflanzen. Zum Beispiel Nadelbäume, die richtige Staubwolken mit ihrem Blütenstaub verbreiteten, so dass alle dachten, es gäbe einen Sandsturm. Außerdem gibt es viele Obstbäume, die Reste der früher für Arbeiter angelegten Streuobstwiesen sind. Auf ihrem Weg durch das Naturschutzgebiet begegnete die 4a auch verschiedenen Blumen, und ganz besonderen Flechten, die man sonst nur selten sieht. Zu den Blumen gehörten unter anderem Gras-, Heide- und Sandnelken, die auf dem sogenannten Magerrasen wachsen.

Auf und neben dem Bohlenweg, der durch die Düne führt, wachsen sehr besondere Flechten. Sie sind eine Symbiose aus Pilzen und Algen, die bei Trockenheit sehr schnell zerbröseln. Leider brauchen sie 30 Jahre, bis sie neu zusammenwachsen, deswegen ist es wichtig, den Bohlenweg nicht zu verlassen! Leider berücksichtigen das die meisten Besucher nicht.

Von Jan-Luca Ackermann, Nilay Burghardt, Diana Kröll, Felix Irorere

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