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Union-Investment-Turm: Star-Architekt verwandelt Büroturm in Wohnhaus am Main

Mit spektakulären Wolkenkratzern und Wohnkonzepten in Asien hat sich Ole Scheeren einen Namen gemacht. Erstmals bringt der Architekt seine Ideen nach Deutschland - mit einem spannenden Umbau in Frankfurt.
Links das Bürohochhaus der Union Investment, rechts ein Computer-Rendering, das den Umbau des 93 Meter hohen Turms in ein Wohnhaus illustriert. Foto: dpa Links das Bürohochhaus der Union Investment, rechts ein Computer-Rendering, das den Umbau des 93 Meter hohen Turms in ein Wohnhaus illustriert.
Frankfurt.  Mit einem außergewöhnlichen Umbau will der deutsche Architekt Ole Scheeren einen Büroturm in Frankfurt zum Wohnhaus machen. «Wir machen aus dem schweren Betonbau ein ganz leichtes, offenes Gebäude» - so fasst Ole Scheeren sein Vorhaben zusammen. Aus dem 93 Meter hohen Büroturm der Union Investment im Frankfurter Bahnhofsviertel entsteht ein modernes, transparentes Wohngebäude mit Apartments, die mit weiten Fenstern einen Traumblick über die Silhouette der Metropole und den Main versprechen.

Investitionsvolumen: 220 Mio. Euro

«Es ist eine intelligente Neuinterpretation», sagte Scheeren. Aus der veralteten, schwerfälligen und verschlossenen Hochhausform entstehe eine transparente Architektur mit großflächigen, gestaffelten Panorama-Etagen, die horizontal eingefügt werden. Der künftig «Riverpark Tower» genannte Turm ist das erste europäische Projekt des 2010 in Peking gegründeten Architekturbüros des Karlsruhers, das inzwischen auch Niederlassungen in Berlin, Bangkok und Hongkong unterhält.

Der alte Büroturm, den der - erst vor einer Woche gestorbene - Architekt Albert Speer Junior und die Neue Heimat Städtebau 1977 errichtet hatten, ist typisch für die Architektur jener Zeit. Was die einen als «hochbunkerartig» kritisieren, finden andere zumindest «prägnant». Zuletzt wurde der Turm nachts blau, weiß angestrahlt und «Blauer Turm» genannt. Die Union Investment hatte ihren Hauptsitz aber schon 2015 in den WINX-Tower (MainTor) verlagert.

Bilderstrecke Zum Tod von Albert Speer Jr.: So hat der Architekt Frankfurt geprägt
Zu Hause in der Welt: Albert Speer Jr., Sohn des gleichnamigen Architekten und Rüstungsministers Hitlers, arbeitete nicht nur in Frankfurt in seinem Büro in Sachsenhausen. Seine Vorstellungen von menschenfreundlichem Städtebau wurden bis hin nach China umgesetzt. Nun ist der Star-Architekt mit 83 Jahren gestorben. In unserer Bildergalerie zeichnen wir nach, wie er das Gesicht Frankfurts geprägt hat.Mit dem Rahmenplan fürs Europaviertel stellte Speer die Weichen für die Stadterweiterung.Das Oval am Baseler Platz ist eine von Speers Frankfurter Bauten.

In den ersten fünf Obergeschossen sollen rund 100 Apartments entstehen, in den 17 weiteren Etagen 120 bis 130 Eigentumswohnungen. Auf freiwilliger Basis schafft der Bau mindestens 34 von der Stadt geförderte Mietwohnungen, was Planungsdezernent Mike Josef ausdrücklich begrüßte. Der Bau soll 2021 bezugsfertig sein.

Spektakulärer Skyline-Blick

«Die Umnutzung ist ein interessantes und komplexes Thema.» So suchte Scheeren in dem bestehenden Hochhaus besondere Qualitäten, die dem Umbau zugutekommen konnten. «Ich fand es interessant, darüber nachzudenken, was man aus Bestand machen könnte.» Was lässt sich in einem veralteten, weniger schönen Haus finden, was es sonst vielleicht nicht gibt, wenn neu gebaut wird?
 

Aus dem Büroturm soll ein modernes Wohngebäude mit Apartments entstehen, die einen Traumblick auf die Skyline versprechen.


Scheeren fand diese Qualitäten in der ungewöhnlichen Tragstruktur des alten Klotzes, die er dazu nutzt, um von ihm sogenannte «Horizont- oder Panoramaplatten» in das Gebäude einzuziehen. So wird eine komplett freie Aussicht auf die Stadt ermöglicht, was bei einem Neubau viel zu teuer geworden wäre. «Wir geben dem Haus damit visuell eine horizontale, schwebende Struktur», sagt Scheeren. «So können wir einem Gebäude einen sehr offenen und leichten Ausdruck abgewinnen, was vorher genau das Gegenteil war.» (Andreas Landwehr, dpa)
 

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