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Otto-Hahn-Schule fehlt Geld: Sporthallenbau liegt auf Eis

Von Die unendliche Geschichte um die Sanierung der Otto-Hahn-Schule sowie den Neubau der Sporthalle geht weiter. Frühestens in sechs Jahren könnten die Arbeiten abgeschlossen sein.
Michael Stauder Bilder > Michael Stauder
Nieder-Eschbach. 

Seit Jahren schon wartet die Otto-Hahn-Schule auf ihre dringend nötige Sanierung und eine neue Sporthalle. Das wird sie auch noch weiter müssen. Mindestens bis 2022, vielleicht sogar noch ein Jahr länger. Das hängt davon ab, ob die Kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe (KGS) von drei auf fünf Züge erweitert wird oder nicht.

„Das Land Hessen entscheidet gemeinsam mit der Stadt über die Fünfzügigkeit. Das ist bisher noch nicht geschehen, wir rechnen aber mit einer baldigen Entscheidung“ erklärte Joachim Lenz, Leiter des Liegenschaftsmangements im Stadtschulamt, in der Sitzung des Ortsbeirates 15 (Nieder-Eschbach), warum bislang noch nicht mit der Sanierung begonnen wurde. Zwar stünden die finanziellen Mittel bereit, aber bei einer Erweiterung reiche die Sanierung nicht aus. In diesem Fall sei ein teilweiser Abriss und Neubau unumgänglich. „Dann müssen pro Jahrgangsstufe zwei Klassenräume plus Fachräume eingeplant werden“, sagte er.

Zwei Szenarien sind derzeit denkbar. Wird die Schule nicht erweitert, würde 2018 mit der Sanierung begonnen werden. Die Gebäudeteile A, B und D würden in Container ausgelagert, vier Jahre später seien die Arbeiten abgeschlossen. 8,5 Millionen stehen dafür bereit, nach jüngsten Kostenschätzungen sind jedoch 12,5 Millionen Euro nötig. „Die Differenz von vier Millionen ist aber kein Problem“, so Lenz.

Wird die Schule um die gewünschten zwei Züge erweitert, dann würde bereits 2017 mit den Arbeiten begonnen. Zunächst würde der Gebäudeteil D ausgelagert und saniert.

Dann müssten die weiteren benötigten Mittel in den Haushalt eingestellt werden, um die Gebäudeteile A und D abreißen und durch einen Neubau ersetzen zu können. Mit der Fertigstellung würde 2023 gerechnet.

Während die Planungen zur Sanierung der Otto-Hahn-Schule nun tatsächlich bestehen, sieht es für den Neubau der maroden Sporthalle schlecht aus. Weil kein Geld da ist. „Es gibt eine Kostenschätzung von 2009, die finanziellen Mittel sind allerdings nicht im Haushalt eingestellt, sondern der Neubau steht auf der Liste von Maßnahmen, die derzeit nicht realisiert werden können“, sorgte Lenz mit seiner Aussage für uneingeschränktes Kopfschütteln. Bei den Ortsbeiratsmitgliedern und den Bürgern. „Die Halle ist seit acht Jahren marode. Der Magistrat hat bestätigt, dass sie neu gebaut werden muss. Das kann doch alles nicht wahr sein“, schimpfte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Stauder. Unterstützung bekam er von Michael Paul (Grüne): „Die Tribüne wurde vor zehn Jahren abgebaut, bis heute gibt es keinen Ersatz. Es passiert nichts an dieser Schule!“

Für Schulleiterin Birgit Haake war die Sporthalle zunächst zweitrangig, vielmehr konnte sie es nicht verstehen, warum die Schule so lange auf mehr Räume warten muss. Schließlich seien diese nicht nur für die gewünschte Fünfzügigkeit dringend nötig. „Unser Bedarf wurde nie richtig berechnet. Mittlerweile ist es aber so eng, dass wir sogar Räume teilen müssen. Wir brauchen mindestens zehn Räume mehr“, betonte sie. Seit 2009 leitet Haake die Schule. 855 Schüler wurden damals unterrichtet, aktuell sind es 1240. Zusätzliche Räume wurden dafür nicht geschaffen. „Ich habe unzählige Mails geschrieben. Ohne Erfolg. Wir liegen halt hier am Stadtrand und stehen deswegen nicht im Fokus“, sagt Haake.

Auch wenn Lenz den Ärger aller Beteiligten nachvollziehen konnte, so bat er um Verständnis. Und gab zu, dass das Stadtschulamt mit seinen Baumaßnahmen „hinten dran hängt“. Weil die Entwicklung der Schülerzahlen die Prognosen übertroffen hat. Auch an der Otto-Hahn-Schule. Zudem gebe es bei Sanierungen und Neubauten entsprechend lange Vorlaufzeiten. „Wir wollen den Norden sicher nicht ausklammern. Der Sanierungsstau ist ein stadtweites Problem“, versicherte er und versprach, sich noch einmal persönlich für die Otto-Hahn-Schule stark zu machen.

Bei all den weniger guten Nachrichten hatte Lenz aber doch noch eine positive zu verkünden. Das kaum noch nutzbare Kleinfeld vor der Sporthalle soll in diesen Sommerferien für 200 000 Euro saniert werden. „Das ist schön und muss auch sein. Damit wir regelmäßigen Sportunterricht anbieten können“, so Haake. Denn von der Drei-Felder-Sporthalle sind derzeit nur zwei Teile nutzbar. Einer der Vorhänge ist defekt und kann nicht mehr nachgeliefert werden. Aber das ist nur eine der zahlreichen Baustellen an der Schule.

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