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Millionenbetrug: S&K-Prozess kurz nach Auftakt wieder unterbrochen

Turbulente Szenen spielten sich im aus den Nähten platzenden Saal des Frankfurter Amtsgerichtes ab: Die beiden mutmaßlichen Millionenbetrüger Stefan S. und Jonas K. sorgen beim Prozessauftakt für einen riesigen Medienrummel – und verblüffen mit ihrem Auftreten.
Der Angeklagte Jonas K. bekommt die Handschellen abgenommen. Foto: Bernd Kammerer Der Angeklagte Jonas K. bekommt die Handschellen abgenommen.
Frankfurt. 

Turbulente und hochemotionale Szenen spielten sich zum Auftakt des Betrugsprozess gegen die Verantwortliche der Immobilienfirma S&K im Frankfurter Amtsgericht ab: Mit Handschellen und Fussfessel werden die beiden Firmengründer Stephan S. (36) und Jonas K. (34) in den Gerichtssaal geführt. Als Beamte Stefan S. die Fußfesseln abnehmen, steht der Angeklagte sofort im Blitzlichtgewitter der zahlreichen Fotografen. Und sein Anwalt, Ulrich Endres, der schon die Verteidigung im spektakulären Hell's-Angels-Prozess geführt hat, ruft laut in den Saal hinein: "Das ist doch kein Tanzbär! Das ist hier doch kein Zoo!"

Die beiden Hauptangeklagten erscheinen im seriösen Business-Outfit und wirken locker, geradezu gelöst. Sie blinzeln einander zu und lächeln ins Publikum.

Gleich zu Beginn muss die Verhandlung wegen eines Befangenheitsantrages gegen das Gericht, den ein Nebenverteidiger gestellt hatte, für 15 Minuten unterbrochen werden. Letztlich führt der Antrag zu einer längeren Unterbrechung des Prozesses bis zum Dienstag. Der für Freitag angesetzte Termin fällt aus. Über den Antrag muss nun eine andere Kammer entscheiden. Grund für den Befangenheitsantrag war ein formaler Fehler. Der Anwalt der Nebenklägerin hat festgestellt, dass bezüglich seiner Mandantin im Beschluss zur Eröffnung der Hauptverhandlung ein anderer Arrestbetrag genannt ist als in der Anklageschrift.

Zu Last gelegt werden den Firmengründer sowie vier weiteren Männern schwerer und bandenmäßiger Betrugs sowie Untreue. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu 15 Jahren. Laut Anklage sollen die Männer mehrere tausend Anleger mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem um ihr Geld gebracht haben. Den Gesamtschaden beziffern die Ermittler auf mehr als 240 Millionen Euro.

Die entscheidende, bundesweite Razzia gegen die mutmaßlichen Betrüger hatte zu Jahresbeginn 2013 stattgefunden. Die Ermittler stellten dabei Vermögensgegenstände im Wert von rund 55 Millionen Euro sicher - darunter Sportwagen, teure Uhren, Immobilien und Goldbarren. Die Beschuldigten sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Prozessbeteiligten haben sich auf einen langwierigen Prozess eingerichtet. Der Anklagesatz umfasst laut Gericht mehr als 1700 Seiten, so dass allein die Verlesung mehrere Verhandlungstage in Anspruch nehmen dürfte. (dpa/red)

 

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