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S&K-Prozess: S & K-Prozess: Viel Unruhe und ein Stündchen Anklage

Es bleibt spannend im aufsehenserregendsten Prozess im hessischen Landesgericht: 1.300 Geschädigte, 240 Millionen Schaden - der Immbolilienbetrug der S&K-Firma sorgt für erhitzte Gemüter. Auch im Gerichtssaal.
Richter Alexander El Duwaik braucht viel Geduld. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Richter Alexander El Duwaik braucht viel Geduld.
Frankfurt. 

Verteidiger und Staatsanwaltschaft „fetzen“ sich zwar heftig im Betrugsprozess um die Immobilienfirma S & K vor dem Landgericht, der Vorsitzende Richter Alexander El Duwaik aber ist auf Wahrung seiner Contenance und die menschliche Komponente bedacht: „Die besten Glückwünsche zu Ihrem Geburtstag“, bekam einer der sechs Angeklagten zu Beginn der gestrigen Verhandlung vom Gerichtsvorsitzenden.

Wenn El Duwaik allerdings glaubte, mit dieser in Gerichtssälen durchaus nicht üblichen Herzlichkeit um einen Befangenheitsantrag der Verteidigung herumzukommen, sah er sich getäuscht. Die bereits am letzten Verhandlungstag vor zwei Wochen begonnene Verlesung der Mammut-Anklageschrift konnte nicht fortgesetzt werden, weil die drei Berufsrichter der 28. Großen Strafkammer wieder einmal „wegen Besorgnis der Befangenheit“ abgelehnt wurden.

Diesmal war ihr Beschluss, einen Gutachter zur Ermittlung von Verkehrswerten diverser Immobilien in Stuttgart zu beauftragen, der Stein des Anstoßes. Bei der Beauftragung dieses Sachverständigen sei dieser angehalten worden, „in Zweifelsfällen“ den Wert der Häuser eher höher als niedriger anzusetzen. Da der jeweilige Wert der Immobilien aber untrennbar mit dem Schaden verbunden ist, um den es in dem Prozess geht, habe das Gericht mit dieser Anweisung versucht, die Zahlen in die Höhe zu treiben, was natürlich zu Ungunsten der Angeklagten ausfallen müsse.

Auch nachdem der Richter den Antrag entgegengenommen hatte, kehrte keine Ruhe ein. Es ging dann gegen die Staatsanwaltschaft, die angeblich „sehr entlastendes Material“ aus dem beschlagnahmten Mail-Verkehr des Hauptangeklagten Stephan S. der Löschung zugeführt habe, während allerlei Privates – etwa über die Silberhochzeit der Tante oder das Befinden der Haustiere – noch gespeichert sei. Darüber hinaus sei es den Verteidigern noch immer nicht möglich, die gesamte elektronische Konversation des Mandanten einzusehen: „Wenn wir den Namen Stephan S. im System eingeben, bricht alles zusammen.“ Als alle Freundlichkeiten ausgetauscht waren, konnte sogar noch ein Stündchen lang die Anklage verlesen werden.

(ge)
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