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Prozess in Frankfurt: Pädophilen holt Vergangenheit ein

Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung eines Kindes: Die Vorwürfe gegen einen heute 62 Jahre alten Mann wiegen schwer. Nachdem das Opfer, eine heute verheiratete Frau, nach vielen Jahren aussagte, wurde der Mann von seiner pädophilen Vergangenheit eingeholt. Gestern wurde vor dem Landgericht der Prozess eröffnet.
Foto: dpa
Frankfurt. 

Der frühere Fotoverkäufer hatte in der Gartenanlage am Riederwald seine Parzelle direkt neben der der Eltern des Opfers. Er galt deshalb als „bester Freund der Familie“, was zur Folge hatte, dass das Mädchen im Garten des Angeklagten praktisch ein- und ausging. In der Gartenhütte kam es laut Anklage dann zu mehreren sexuellen Übergriffen.

Der schwerste Vorfall allerdings ereignete sich auf einer gemeinsamen Ferienreise der Familie und des Angeklagten an die französische Atlantikküste. Dort hatte man im Sommer 2001 gemeinsam ein Ferienhaus gemietet – für die damals Zwölfjährige mit gravierenden Folge. Eines Abends stand plötzlich der Gartennachbar an ihrem Bett, legte sich auf sie und vergewaltigte sie.

2014 erst aufgedeckt

Auch dieser Vorfall blieb lange Jahre im Dunkeln. Erst 2014 wurden die Angaben der jungen Frau so konkret, dass – nach Einholung einer Glaubwürdigkeits-Expertise – Anklage gegen den Kinderschänder erhoben wurde. Zuvor schon hatte sich das Mädchen nach entsprechenden Andeutungen in psychiatrische Behandlung begeben – der Mediziner begleitete schließlich die vollständige Offenlegung der Taten, von denen die insgesamt vier Vorwürfe aus der Anklageschrift offenbar nur die „Spitze des Eisberges“ darstellen, die nach langen Jahren noch aufgeklärt werden können.

Am ersten von vier geplanten Verhandlungstagen verhandelte die Jugendschutzkammer nur einen Vormittag lang gegen den Angeklagten. Über seine Verteidigerin ließ er ein umfassendes Geständnis bekanntgeben. Insbesondere den schweren Vorfall in Frankreich räumte er vollständig ein. Damit ersparte er dem Opfer einen quälenden Zeugenauftritt vor Gericht und sammelte wichtige Pluspunkte bei der Strafzumessung.

Er habe sich damals eigentlich gar keine Gedanken über sein Verhalten gemacht. Erst später sei es ihm bewusst geworden, was er angerichtet habe. Als vor drei Jahren plötzlich die Polizei vor der Haustüre gestanden und die Wohnung durchsucht habe, habe auch seine Ehefrau die Koffer gepackt, die vorher offenbar nicht die geringste Ahnung von den abartigen sexuellen Fantasien ihres Mannes hatte. Die Eltern des Kindes hatten den Garten bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorfälle nicht mehr betreten.

Kurzer Prozess

Die Aussagen der Betroffenen sollen nun schriftlich verlesen werden. Am kommenden Donnerstag wird eine Psychologin zur Glaubwürdigkeit der jungen Frau aussagen, auch soll ein Tonband mit einem Gespräch vorgespielt werden. In der zweiten Septemberhälfte wird bereits mit einem Urteil gerechnet.

(ge)
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