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VdK-Vorsitzender: Otto Pühl als "Mensch mit Respekt" ausgezeichnet

Von Hans „Otto“ Pühl ist ein „Mensch des Respekts“. Von der Hessischen Landesregierung wurde der langjährige Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Nieder-Eschbach, Bonames und Nieder-Erlenbach jetzt mit diesem Titel ausgezeichnet.
Alle rufen ihn Otto, kaum einer weiß, dass das der Spitzname von Hans Pühl ist. Auf der Urkunde und der Plakette für den „Mensch des Respekts“ steht natürlich der amtliche Name. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Alle rufen ihn Otto, kaum einer weiß, dass das der Spitzname von Hans Pühl ist. Auf der Urkunde und der Plakette für den „Mensch des Respekts“ steht natürlich der amtliche Name.
Nieder-Eschbach. 

Hans – besser bekannt als Otto – Pühl ist ein Macher, ein Mensch der Ideen entwickelt und anpackt. „Ich gehe gerne zu den Leuten hin, frage sie, wo der Schuh drückt und wo ich unterstützen kann“, sagt der 61-Jährige. Für Aktionen, die er ins Leben gerufen oder Dinge, die er erreicht hat in der Öffentlichkeit geehrt zu werden, das ist jedoch „weniger mein Ding“.

So war es ihm auch sichtlich „ein wenig unangenehm“, als der hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein den Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes Nieder-Eschbach, Bonames und Nieder-Erlenbach für seine Verdienste als „Mensch mit Respekt“ auszeichnete. „Mir ist ziemlich heiß und mein Blutdruck ist erhöht. Ich stehe ungern im Mittelpunkt“, gibt der Nieder-Eschbacher zu.

Authentisch und offen

Sogenannte Alltagshelden möchte die Hessische Landesregierung mit dieser neuen Auszeichnung ehren. „Wir wollen dem Respekt, der längst nicht selbstverständlich ist, ein Gesicht geben. Wie das von Otto Pühl. Er hat eine mitreißende Art, ist offen, ehrlich und authentisch. Solche Menschen brauchen wir“, lobte Boris Rhein.

700 Rettungsdosen verteilten Otto Pühl und seine Mitarbeiter im Sommer in Nieder-Eschbach, Bonames und Nieder-Erlenbach. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
700 Rettungsdosen verteilten Otto Pühl und seine Mitarbeiter im Sommer in Nieder-Eschbach, Bonames und Nieder-Erlenbach.

Es ist eine kleine unscheinbare weiße Dose mit rotem Deckel, mit der Otto Pühl im Sommer auf sich aufmerksam machte. Denn er hat die sogenannte „Rettung aus der Dose“ auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um ein kleines Plastikbehältnis in der Größe eine Getränkedose, die im Notfall Leben retten kann. Denn darin versteckt sich ein Datenblatt mit relevanten Informationen, wie etwa der Name, ein aktuelles Foto, medizinische Hinweise auf Erkrankungen, Unverträglichkeiten und Medikamenteneinnahme. Hinzu kommen Informationen über eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht sowie Kontaktdaten von Hausarzt und Angehörigen.

Platziert wird die Rettungsdose in der Kühlschranktür, damit die Helfer sie im Notfall sofort finden. Denn solch ein Gerät besitzt jeder Haushalt. 2500 der kleinen Plastikbehältnisse hat er produzieren lassen, 700 davon haben er und seine ehrenamtlich arbeitenden Kollegen an die VdK-Mitglieder im Frankfurter Norden verteilt. Zu Fuß. „Das war schon anstrengend, aber wir haben es ja für einen guten Zweck getan“, freut sich Pühl, dass diese Aktion so weite Kreise zog.

Dabei seien es oft gar nicht „die großen Dinge“, die der 61-Jährige für wichtig erachtet. Kleine Aktionen, wie der regelmäßige Kaffeenachmittag des Ortsverbandes hätten für die in Nieder-Eschbach, Bonames und Nieder-Erlenbach lebenden älteren Menschen eine große Bedeutung. „Dort können sie sich treffen und austauschen, sie reden über das, was sie bewegt. Und wir hören zu“, sagt Pühl.

Seit mittlerweile 28 Jahren ist er eng mit dem Sozialverband verbunden, kein Wunder dass er ihn sogar liebevoll als „mein Baby“ bezeichnet. Gerade einmal 33 Jahre war er alt, da begann er sein Ehrenamt als Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender. 2003 wurde er zum Vorsitzenden gewählt – 47 Jahre war er da alt und damit bis heute einer der jüngsten Vorsitzenden im VdK-Stadtkreisverband Frankfurt.

Nicht barrierefrei

In seinem Haus am Rande von Nieder-Eschbach hat sich Otto Pühl ein kleines Büro eingerichtet. Dort stehen sein Computer und ein Telefon, sowie unzählige Aktenordner. „Ein Großteil unserer Tätigkeit ist nach wie vor die Bearbeitung von Schwerbehinderten-Anträgen“, erklärt der Vorsitzende, der statt im Büro viel lieber im Stadtteil unterwegs ist. Dabei fällt ihm immer wieder auf: Nieder-Eschbach ist noch lange nicht barrierefrei.

Das zu schaffen, ist ein großes Ziel von Otto Pühl. Einen ersten Erfolg kann er bereits verzeichnen: Die bislang für Menschen im Rollstuhl unerreichbare Klingel am Alten Rathaus wurde herabgesetzt. „Mit der Modernisierung des Bürgeramtes hoffe ich jetzt auf einen Aufzug. Ein zweites großes Thema ist seniorengerechtes Wohnen in Nieder-Eschbach. Ich bleibe dran, das bin ich meinen Mitgliedern schuldig“, verspricht er.

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