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Neue Saison fürs alte Blech: Oldtimer-Freunde haben ihre Schmuckstücke hergezeigt

Von Glänzendes Blech, poliertes Leder, Benzingeruch: Die Klassikstadt ist gestern mit 6000 Besuchern und vielen Oldtimern in die neue Saison gestartet.
Zwei coole Jungs: Markus Giesler und Christian Hannusch haben sich auf der Fahrt von Darmstadt nach Fechenheim zur Klassikstadt am Steuer der 98  Jahre alten „Tin Lizzy“ abgelöst. Das Schnauferl hat die Strecke problemlos bewältigt. Foto: Holger Menzel Zwei coole Jungs: Markus Giesler und Christian Hannusch haben sich auf der Fahrt von Darmstadt nach Fechenheim zur Klassikstadt am Steuer der 98 Jahre alten „Tin Lizzy“ abgelöst. Das Schnauferl hat die Strecke problemlos bewältigt.
Fechenheim. 

In der Klassikstadt ist gestern die Saison eröffnet worden. 500 bis 600 Oldtimer-Piloten rollten mit ihren Autos oder mit alten Vespas oder Simsons auf das Gelände rund im die alte Fabrik. „Es ist eine tolle Stimmung“, sagt Bernd Schultz. Der eloquente Autohändler begrüßte die Fahrer und ihre Fahrzeuge mit dem Mikrofon in der Hand. Er brauchte dafür keine Aufzeichnungen. „Das ist ein Mustang Baujahr 1967 oder ’68“, sagte er erfreut. „Willkommen!“ Und gab dann noch Anweisungen, wo die Fahrer parken sollten. Denn Parkplätze waren diesmal wirklich rar. „Im Vorjahr waren nur etwa 350 Oldtimer da“, so Schultz, „wir sind alle überrascht!“ Manche der kostbaren Schätzchen mit dem „H“-Kennzeichen parkten gar auf der Straße vor der Fabrik, wie die Autos normaler Besucher – weil auf dem Fabrikgelände schlicht kein Platz mehr war.

Bilderstrecke Saisonstart in der Klassik-Stadt in Fechenheim
Foto: Impressionen vom Saisonstart  in der Klassik-Stadt im Frankfurter Stadtteil FechenheimFoto: Impressionen vom Saisonstart  in der Klassik-Stadt im Frankfurter Stadtteil FechenheimFoto: Impressionen vom Saisonstart  in der Klassik-Stadt im Frankfurter Stadtteil Fechenheim

„Es fahren immer wieder welche weg“, beruhigt Schultz. Die Parklücken wurden gleich von anderen Oldtimern genutzt. Die Besucherzahl bezifferte Brigitte Schlüter, Geschäftsführerin der Klassikstadt, mit 6000.

Die Stimmung unter den Ausstellern und den Besuchern war gut. Sonnenschein, ein wenig Duft von altem Blech, von Leder und Benzin, dazu die schönen Motorgeräusche der Autos: das Knattern der Käfer, das Röhren der Ferraris, das Hecheln, das Stampfen . . . Wer so etwas mag, weiß, dass die Saisoneröffnung in der Klassikstadt die richtige Adresse ist. Unter den Oldie-Besitzern im Umland hat es sich längst herumgesprochen.

Rechts ist die Bremse

So auch bei Christian Hannusch (28) und Markus Giesler (26), die ganz passend zum Automobil, mit weißem Hemd und dunkler Fliege, in ihrer „Tin Lizzy“ von Darmstadt hergeschnauft waren. „Tempo 65 schaffen wir“, sagte Hannusch. „Auch über längere Strecken.“ 1919 wurde ihr schwarzer Ford Model T gebaut. Es war gestern das älteste Auto auf dem Platz, es gehört dem Verein „Akademische Kraftfahrgruppe“ aus Darmstadt, dem Hannusch und Giesler angehören. Man müsse im Verein Arbeitsstunden leisten, so Hannusch, und dürfe dafür die Werkstatt für den eigenen Oldie nutzen. Hannusch hat mehrere davon zu Hause. Doch die Vereins-Lizzy ist etwas Besonderes.

„Sie ist schwierig zu fahren. Das rechte Pedal ist die Bremse, das mittlere ist der Rückwärtsgang, das linke ist der erste Gang.“ Aber nur, wenn es getreten wird. Wird es losgelassen, ist automatisch der zweite Gang drin. Und mehr gibt’s auch nicht. Ob Hannusch schon mal den Motor abwürgte, weil er Gas geben wollte? „Nein, so stark sind die Bremsen nicht.“

65 Kilometer in der Stunde, da waren die beiden noch etwas schneller als Isa Hammer. Die 28-jährige Managerin ist mit ihrer Simson „Schwalbe“, Baujahr 1968, nach Frankfurt gekommen. Das DDR-Moped mit kleinem Kennzeichen fährt ganz offiziell 60 km/ h. „Wir haben sechs Schwalben zu Hause“, sagt Hammer. Ihr Freund Rico Schirmer (37) repariert sie. „Einmal im Jahr fahren wir auf zwei Mopeds zum großen Schwalbe-Treffen in Suhl“, berichtet er. Dort sind die Mopeds einst hergestellt worden. Isa Hammer fährt auf ihrer alten „Schwalbe“ zur Arbeit von Neu-Isenburg nach Frankfurt.

Gangsterauto mit 200 PS

Für das Ehepaar Uwe und Monika Garthe aus dem Frankfurter Stadtteil Griesheim ist ihr Fort Model A aus dem Jahr 1932 „echte Liebe“, wie Monika Garthe sagt. „Aber auch Geldanlage.“ Ihr Mann ergänzt: „Auf der Bank bekommt man nichts für das Geld, mit dem Oldie kann man vielleicht Gewinn machen.“ Ihr Bonnie-und-Clyde-Auto kam direkt aus den USA. „Das Dach ist ein Original, eine Holzkonstruktion, kein Blech“, sagt Monika. Ihr Mann weiß jedoch: Oldtimer-Puristen rümpfen über den vom Vorbesitzer nachgerüstete V-8-Motor mit 200 PS die Nase . . .

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