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Der kurze Weg zum Einkauf: Nach anderthalb Jahren gibt’s wieder einen Supermarkt in Fechenheim

Von Mit dem gestern eröffneten Tegut-Markt gibt es im Zentrum von Fechenheim-Süd nach anderthalb Jahren wieder einen Vollsortimenter. Mit 7500 Artikeln ist der Markt größer als viele Discounter, aber auch kleiner als andere Supermärkte.
Ursula Laukhardt (Mitte) mit Ehemann Jürgen und Tochter Iris Trarbach in der Obstabteilung des neuen Tegut-Marktes. Foto: Salome Roessler Ursula Laukhardt (Mitte) mit Ehemann Jürgen und Tochter Iris Trarbach in der Obstabteilung des neuen Tegut-Marktes.
Fechenheim. 

„Na, jetzt ist ja doch richtig was los hier“, freut sich ein Mitarbeiter der Supermarkt-Kette Tegut. Es ist halb Elf, an den drei Kassen haben sich Schlangen gebildet, immer neue Menschen kommen am Eröffnungstag in das neue Geschäft. So, als hätten sie nur darauf gewartet, dass es endlich eröffnet. Und das ist gar nicht so falsch. War der Aufschrei doch groß, als Nursen Kuranoglu am 19. März 2016 ihren Nahkauf-Markt in der Pfortenstraße schloss – denn es gab neben den Discountern Netto und Aldi nur noch ein kleines türkisches Geschäft im südlichen Fechenheim.

Ein „richtiger“ Supermarkt sei wichtig für den Stadtteil, sagt der Fechenheimer Wolfgang Rogath. „Dabei ist es egal, ob Rewe, Tegut oder ein anderer.“ Wegen der zentralen Lage in der Pfortenstraße 3 sei er für ältere Bürger wie ihn wichtig. „Ich wohne in der Nähe, keine zehn Minuten zu Fuß entfernt und habe einen Rollator. Andere haben es weiter, kommen etwa von der Dietesheimer Straße.“ Für die sei der weite Weg zu den Discountern nur schwer zu bewältigen. Zumal vor allem der Netto-Markt in Alt-Fechenheim alles andere als schön sei.

Für Senioren sei das Geschäft wichtig, sagt Wolfgang Rogath. Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Für Senioren sei das Geschäft wichtig, sagt Wolfgang Rogath.

Noch aus ihrer Kindheit kennt Ursula Laukhardt die Tegut-Märkte, ist sie doch in Fulda, dem Sitz des Unternehmens, aufgewachsen. „Hier gibt es frisches Obst und Gemüse, die Fassade lockt ins Geschäft“, sagt sie. Auch sie betont, wie wichtig das Geschäft für die Fechenheimer sei. „Zumal der Eingang barrierefrei ist, es gibt keine Stufe wie bei Netto.“ Und kein Drehkreuz, weshalb Senioren mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen problemlos in das Geschäft kommen.

„Nicht jeder will Bio“

Die Kritik am neuen Markt ist am Eröffnungstag verhalten. So findet Rogath, dass es zwar schön sei, dass Tegut viele Bioprodukte habe. „Aber nicht jeder will Bio.“ Und viele in Fechenheim könnten sich das gar nicht leisten, sagt Ursula Laukhardt. „Manche sagen: Der ist ja noch teurer als der Scheck-In-Center“, sagt sie in Anspielung auf den großen Edeka-Markt in der Ferdinand-Happ-Straße im Ostend.

Auch Christoph Schiederig, der das Gebäude im September 2015 gekauft hatte, ist froh, dass der Supermarkt nun eröffnet hat. Auch wenn ihm das Haus seit dem gestrigen Eröffnungstag nicht mehr gehört. „Ein auf Supermärkte spezialisierter Investor hat es gekauft.“

So sieht der neue Markt in der Pfortenstraße 3 von außen aus. Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
So sieht der neue Markt in der Pfortenstraße 3 von außen aus.

Für Schiederig lief mit dem Gebäude nicht alles wie geplant. Wollte er doch nicht nur den Supermarkt sanieren, sondern auch zwei Stockwerke mit Wohnungen auf das einstöckige Haus bauen. Weil die Erteilung der Baugenehmigung länger dauerte als gedacht, sprang sein Finanzpartner ab.

Kleineres Geschäft

Zwar liege die Baugenehmigung inzwischen längst vor, einen neuen Investor habe er aber nicht gefunden. Wegen der Umbaupläne habe der Rewe-Konzern, zu dem die kleinen, von eigenständigen Kaufleuten geführten Nahkauf-Märkte gehören, den Mietvertrag für den Supermarkt beendet. Weil zum Aufstocken des Gebäudes zusätzliche Stützen eingebaut werden müssten, hätte sich die Verkaufsfläche von 550 auf rund 500 Quadratmeter verringert. Zu klein, wie Rewe befand. Tegut hingegen sei froh über seinen neuen Markt, sagt Per Mikkelse, Bezirksleiter des Unternehmens für Frankfurt und den Kreis Offenbach. „Wir haben hier 7500 Artikel. Davon 600 mit kleinem Preis und 1500 Bioartikel.“ Damit zählt er zu den kleineren der Kette.

Zum Vergleich: Der bei seiner Eröffnung im März 2016 größte Tegut-Markt am Gravensteiner Platz bietet auf 2300 Quadratmeter 25 000 Artikel. Daher verkauft Tegut Wurst und Fleisch nur abgepackt, verzichtet auf eine Frischfleischtheke: Deren Platzbedarf hätte das Sortiment um ein Viertel verkleinert, so Mikkelse. Unter den 15 Mitarbeitern seien erfahrene wie auch neu eingestellte. „Wir suchen weitere Mitarbeiter. Unser Ziel ist, dass bald alle, die hier arbeiten, aus dem Umkreis kommen.“

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