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Justiz: Mord im Niddapark: Gastronom bleibt in U-Haft

Von Mit 20 Messerstichen wurde die Leiche von Irina A. im Niddapark gefunden. Ihr Geschäftspartner, der Frankfurter Szene-Gastronom Jan M., geriet schnell in Verdacht. Die Ermittler glauben: Er erstach sie, um seine Schulden nicht begleichen zu müssen. Seit Monaten sitzt er in Untersuchungshaft und bestreitet die Tat. Ob und wann der Fall vor Gericht kommt, ist noch nicht abzusehen.
Im Auto ihres Mörders? Dieses Foto hat Irina A. im Internet veröffentlicht. Es zeigt sie auf dem Beifahrersitz neben Jan M., dem nun vorgeworfen wird, sie aus Habgier erstochen zu haben. Im Auto ihres Mörders? Dieses Foto hat Irina A. im Internet veröffentlicht. Es zeigt sie auf dem Beifahrersitz neben Jan M., dem nun vorgeworfen wird, sie aus Habgier erstochen zu haben.
Frankfurt. 

Am 9. Mai entdeckte ein Spaziergänger die getötete junge Frau am Wegesrand. Ihre Leiche lag im Gras des Niddaparks. Rund 20 Mal muss jemand mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Drei Tage später nahm die Polizei einen Tatverdächtigen fest. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Der Fall erregte viel Aufmerksamkeit. Denn das Opfer und ihr möglicher Mörder waren nicht nur im Frankfurter Nachtleben bestens bekannt, sondern gerieten wegen einer Lügengeschichte in die Schlagzeilen. Der „Bild“-Zeitung hatten sie erzählt, dass arabische Flüchtlinge an Silvester als „Sex-Mob“ in ihrer Bar gewütet hätten. Doch die Geschichte war frei erfunden.

Irina A. und Jan M. hätten sich um Geld gestritten, sagt die Staatsanwaltschaft. Der Szenegastronom habe Irina A. eine Summe „im etwa sechsstelligen Bereich“ geschuldet. Um diese Summe nicht zurückzahlen zu müsse, habe er sie umgebracht, meinen die Ermittler. Außerdem habe er ihr eine Rolex-Uhr und einen Ring abgenommen. Der Tatverdacht lautet daher: Mord aus Habgier.

DNA-Spur am Tatort

Jan M. bestreitet nach wie vor, Irina A. getötet zu haben. Darüber hinaus macht er aber keine Angaben zum Tatvorwurf, so die Staatsanwaltschaft. Auch wie sein Blut an den Tatort kam, verrät er nicht. Ermittler entdeckten dort eine Blutspur, deren DNA mit der von Jan M. übereinstimmt. Das Messer, mit dem er sein Opfer erstochen haben soll, ist bislang nicht aufgetaucht.

Irina A., die in der gemeinsam geführten Bar auf der Freßgass’ auch als Kellnerin gearbeitet haben soll, stammte aus Moldawien. Ihr Vater, so berichten es örtliche Medien, sei ein einflussreicher Geschäftsmann. Welche Erkenntnisse die Frankfurter Ermittler darüber haben, verrät die Staatsanwaltschaft jedoch nicht. „Hierzu werden keine Angaben gemacht, da der Vater der Getöteten in vorliegendem Verfahren keine Rolle spielt“, teilte Behördensprecherin Nadja Niesen mit.

Wie vermögend Irina A. selbst war, ist unklar. Im Internet veröffentlichte sie Fotos, die sie mit Champagner-Flaschen und vor teuren Autos zeigen. Im Frankfurter Handelsregister ist sie seit Ende 2015 als Geschäftsführerin eines Immobilienunternehmens eingetragen, das nach ihrem Familiennamen benannt wurde. Doch wie erfolgreich diese Firma war, ist offen.

Jan M. wartet nun im Gefängnis darauf, dass die Ermittlungen gegen ihn abgeschlossen werden. Ob und wann es zu einer Anklage kommt, ist derzeit noch nicht abzusehen. Besondere Schutzmaßnahmen aus Angst vor einem Racheakt durch Freunde oder Verwandte des Opfers, sind derzeit nicht vorgesehen. „Die Polizei hat sich mit der Frage eingehend beschäftigt, Überprüfungen sind jedoch erfolglos verlaufen“, teilte die Staatsanwaltschaft dazu mit. Eine Bedrohung sei derzeit nicht zu erkennen.

Großer Bekanntenkreis

Die Ermittler haben viel zu tun, um den Fall aufzuklären. Denn es fehlt an eindeutigen Beweisen oder gar einem Geständnis. Da Irina A. und Jan M. einen großen Bekanntenkreis hatten, galt es, zahlreiche potenzielle Zeugen zu vernehmen. Auch die unternehmerischen Beziehungen zwischen den beiden müssen umfassend beleuchtet werden.

Offziell bekannt ist bisher nur, dass Irina A. im April 2016 als Gesellschafterin in die Gastronomiefirma von Jan M. eingestiegen ist. Sie erwarb damals die Hälfte der Geschäftsanteile. Darüber hinausgehende Geschäftsverbindungen sind den Ermittlern bisher noch nicht bekannt. Jan M. betrieb mit wechselnden Geschäftspartnern mehrere Gaststätten in Frankfurt.

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