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Mehr Sicherheit für Fußgänger in Nieder-Eschbach: Grüne beantragen Bodenampeln an den U-Bahn-Übergängen

Von Es gab schon eine Reihe schwerer Unfälle an Frankfurts Bahnübergängen. Auch in Nieder-Eschbach, wo vor fünf Jahren eine 13-Jährige von einer U-Bahn erfasst und getötet wurde. Im Ortsbeirat 15 steht heute ein Antrag der Grünen zur Abstimmung. Diese fordern für ihren Stadtteil Bodenampeln.
Sind die Bahnübergänge, hier der Urseler Weg, sicher genug für Fußgänger? Nein, meinen die Grünen. Sie fordern zusätzlich Bodenampeln. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Sind die Bahnübergänge, hier der Urseler Weg, sicher genug für Fußgänger? Nein, meinen die Grünen. Sie fordern zusätzlich Bodenampeln.
Nieder-Eschbach. 

Bodenampeln an den beiden Bahnübergängen in Nieder-Eschbach, der Deuil-la-Barre-Straße und dem Urseler Weg? Bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) stößt dieser Vorschlag der Grünen im Ortsbeirat nicht auf Begeisterung. „Wir werden alles prüfen“, versichert VGF-Sprecher Bernd Conrads. „Aber an beiden U-Bahn-Übergängen gibt es Schranken.“ Viel mehr könne man kaum tun.

Bei den Grünen widerspricht Prof. Jürgen Poloczek. „Die Schranken genügen uns nicht. Da ist für Fußgänger auch mindestens ein halber Meter Platz zum Vorbeilaufen.“ Heute Abend wollen die Grünen das Thema im Ortsbeirat besprechen.

Conrads hingegen schätzt, dass jemand, der an der herabgelassenen Schranke vorbeigeht, dies mit Absicht tut, nicht aus Fahrlässigkeit, etwa abgelenkt vom Smartphone. „Solche Leute können wir leider nicht stoppen“, konstatiert Conrads.

Schlechte Erfahrungen

Die VGF hat es schon mit Bodenampeln, auch Bompeln genannt, probiert – an der unbeschrankten Station Lindenbaum: „Am nördlichen Ende der Station hatten wir Leuchtkörper in der Gestalt großer Bodenfliesen eingebaut“, so Conrads, „am Südende hingegen Lichterketten parallel zum Zugweg.“ Bewährt habe sich beides nicht. Die Fliesen mit ihren großen Flächen waren bei Nässe zu glatt, und bei ungünstigem Sonnenstand weder die Rotlichter am nördlichen noch am südlichen Übergang zu sehen. Die Bompeln wurden abgebaut, stattdessen warnt jetzt eine grelle gelbe Signalfarbe die Fußgänger an der Station Lindenbaum. „Unserem Eindruck nach bringt das mehr als Bodenampeln“, sagt der VGF-Sprecher. Günstiger ist es auch.

Poloczek lässt diese Argumente nicht gelten. „Gelbe Farbfelder haben wir auch, das bringt nichts.“ Die Schranken? „Es kann sein, dass die Schüler vom Handy aufschauen müssen, um an der Schranke vorbei zu kommen. Doch es kommt zu solch gefährlichen Situationen, dass wir nicht länger warten können, bis wieder ein schwerer Unfall passiert. Wir fordern Bodenampeln für unseren Stadtteil“, sagt Poloczek.

Conrads bringt eine weitere Gestaltung ins Gespräch: Man könne Bahnübergänge auch mit sogenannten Z-Gittern sichern. Fußgänger würden vom geraden Weg abgebracht, würden gezwungen, ein kleines Stück parallel zu den Gleisen zu gehen – in beide Richtungen, so dass sie je einmal in jede Richtung blicken müssten. Einen Zug zu übersehen, weil man vielleicht nach links schaut, aber nicht nach rechts, könne dann nicht mehr geschehen. Allerdings verlangt diese Konstruktion Platz vor den Gleisen. Leider, so Conrads, werde es den 100-prozentigen Schutz nie geben. Erst recht, wenn die Leute abgelenkt seien, weil sie auf ihre Smartphones schauten.

Smartphones lenken ab

Immerhin 17 Prozent aller Fußgänger telefonieren, hören Musik oder schreiben SMS, während sie im Straßenverkehr unterwegs sind. Dies hat die Organisation Dekra bei europaweiten Tests herausgefunden. Die Stadt Augsburg hat daraufhin im Frühjahr begonnen, Bodenampeln an Bahnübergängen aufzubauen. Ergebnisse liegen noch nicht vor, sagte ein Sprecher.

 

Der Ortsbeirat 15 (Nieder-Eschbach) tagt heute, 19.30 Uhr, im Darmstädter Hof, Saal 1, An der Walkmühle 1.

 

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