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Prozess: Fünf Geschäftsleute begehen Millionenbetrug mit Immobilien

Von Sie haben rund zehn Millionen Euro ergaunert: Dafür stehen fünf Frankfurter Geschäftsleute seit gestern vor dem Landgericht. Es geht vor allem um den Erwerb und die Sanierung vieler Häuser und Wohnungen.
Die Statue Justizia. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justizia.
Frankfurt. 

Auf zahlreichen Versteigerungsterminen waren die Männer nicht knausrig. Ob Toplagen in der Innenstadt oder im Westend oder einfach nur B-Lagen im Umland: Teilweise wurde weit mehr für die Immobilien – darunter auch Eigentumswohnungen – geboten, als diese tatsächlich laut Gutachter wert waren.

Geht es nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, wurden die Gelder durch die Hinterziehung von Umsatzsteuern sowie den Arbeitgeberanteilen der auf den Baustellen beschäftigten Arbeiter wieder reingeholt.

Dubioser Westend-Arzt

Die Staatsanwälte machten sich bei den Ermittlungen mächtig Mühe und listeten insgesamt 249 Einzelfälle auf, die am ersten Verhandlungstag vor der Wirtschaftsstrafkammer minutiös vorgelesen wurden. Drei Anklagevertreter waren damit bis in den Nachmittag beschäftigt. Ob sich die Angeklagten äußern wollen und werden, steht ohnehin noch nicht fest.

Die Verhaftung der Männer im Oktober 2016 hatte ein größeres Medienecho hervorgerufen. Es ging unter anderem um die gewaltige Summe von 320 Millionen Euro, für die das Immobilienpaket kurze Zeit später in einem Zeitungsinserat angeboten wurde.

Aber auch einer der zwischen 35 und 50 Jahre alten Männer erregte das Interesse der Öffentlichkeit. Der im Westend praktizierende Allgemeinmediziner war bereits in der Vergangenheit wegen dubioser Methoden bei der Behandlung unliebsamer „Altmieter“ aufgefallen. Schließlich mussten die teuer erstandenen Immobilien für den anstehende Sanierung „freigeräumt“ werden.

Die einzelnen Tatbeiträge der Angeklagten sind unterschiedlich. Einer war vor allem für die Beschaffung von Immobilien („Akquise“) zuständig, der andere für die Betreuung der Baustellen. Der Arzt soll Gesellschafter verschiedener Firmen gewesen sein. Das Geflecht hatte laut Staatsanwaltschaft auch den Sinn, die Eigentumsverhältnisse der jeweiligen Liegenschaften im Unklaren zu lassen. In dem Prozess wird es nach Einschätzung des Anklagevertreters vor allem darum gehen, wer etwas von den kriminellen Vorgängen zu welchem Zeitpunkt wusste.

Hohe Haftstrafen drohen

Für die Angeklagten steht viel auf dem Spiel. Drei von ihnen sitzen auch 15 Monate nach ihrer Festnahme noch in Untersuchungshaft. Trotz festen Wohnsitzes in Deutschland müsse man von Fluchtgefahr ausgehen, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Der Arzt wurde bald nach seiner Festnahme von der weiteren U-Haft verschont.

Der Prozess unter der Leitung von Richter Werner Gröschel soll bis Anfang April dauern. 16 weitere Termine sind anberaumt.

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