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Vereine fordern Zukunftsplan: Fechenheim: TSG und Saalbau uneinig über Hallennutzung

Von Versammlungsräume und Trainingsstätten in Fechenheim sind in die Jahre gekommen und müssten dringend saniert oder gar abgerissen und neu gebaut werden. Der Ortsbeirat fordert jetzt eine Bestandsaufnahme und ein langfristiges Konzept.
Die TSG-Halle in der Pfortenstraße Foto: Leonhard Hamerski Die TSG-Halle in der Pfortenstraße
Fechenheim. 

Einen Plan für seine Vereine braucht Fechenheim nach Ansicht von Stefan Zilcher. Geklärt werden müsse, welche Räume sie in Zukunft brauchen , wo sie Sport treiben, und Veranstaltungen abhalten und feiern. Die einzige größere Halle, jene der TSG in der Pfortenstraße, ist in die Jahre gekommen, sagt der SPD-Ortsbeirat. Auch der kleine Saal am Mainbörnchen oder die drei dahinter liegenden, maroden Holzbaracken sind kritisch.

Und seit geraumer Zeit stocken die Vertragsgespräche der TSG mit der Saalbau GmbH, die die Halle des Vereins verwaltet. Denn der Verein hat Sanierungs- und Umbauwünsche, die laut Frank Junker, Geschäftsführer der Saalbau-Muttergesellschaft ABG Holding, 250 000 Euro kosten würden. „Solche Planungen dauern lange. Wenn wir nicht anfangen, holt uns das irgendwann ein“, meint Zilcher.

An der TSG-Halle „muss sich etwas tun“, sagt auch der TSG-Vorsitzende, Dirk Hagemann. Sie sei nicht mehr repräsentativ. „Und wir hätten gerne mehr Platz“. Die Umkleiden sollten besser erreichbar sein und ein zusätzlicher Raum wäre gut. Auch müsse entschieden werden, was aus den Räumen der Gastronomie werde. Der Wirt hatte vor drei Jahren gekündigt, weil der Betrieb sich nicht mehr rentierte.

Aber brauchen die Vereine ein neues Vereins- und Bürgerhaus, für dessen Planung der Ortsbeirat auf Zilchers Vorstoß hin Geld möchte? „Wenn es möglich wäre, etwas Neues zu bauen – gerne“, sagt Manfred Köhler, Vorsitzender des Karnevalsvereins „Schwarze Elf“, der die TSG-Halle für seine Sitzungen und das Gardetraining nutzt. Die Halle sei sehr wichtig, auch für andere große Veranstaltungen.

Keine zweite Halle

Dass es dort zurzeit keine Gastronomie gebe, sei nicht schön, aber kein Hindernis, sagt Köhler. Für ihre Sitzungen haben die Narren einen Caterer. Ob der Stadtteil aber eine zweite große Halle braucht, bezweifelt Köhler. „Das wäre zu viel.“ Darin stimmt ihm Benjamin Wiewiorra zu, der Vorsitzende des Arbeitskreis Fechenheimer Vereine und CDU-Ortsbeirat ist. „Wichtig wäre, die TSG-Halle zu renovieren. Hier finden große Empfänge statt, wie jener des Kleingartenvereins Mainperle zum 50-jährigen Bestehen. Aber die Räume, die wir im Stadtteil haben, reichen aus.“

Wie Zilcher findet auch Wiewiorra, dass der kleine Saal am Mainbörnchen und die Holzbaracken nicht im besten Zustand sind. „Der Saal dort ist schon zu eng, wenn wir beim Weihnachtsmarkt den Kunsthandwerkermarkt stattfinden lassen.“ Und die DLRG musste vor drei Jahren aus einer der früheren Schulbaracken ausziehen, weil sie baufällig war und abgerissen wurde. Die ABG, die die drei Bauten für die Stadt verwaltete, hat sie längst wieder an die Stadt zurückgegeben, weil sie „ein Fass ohne Boden seien“, wie Junker sagt. Und ein Neubau sei relativ aufwendig zu realisieren: Der Untergrund ist kontaminiert, müsste bei einem Neubauprojekt ausgetauscht und teuer entsorgt werden.

„Wenn die Stadt ein Vereins- und Bürgerzentrum plant, muss das Ergebnis ja auch gar nicht sein, dass wir eine zweite große Halle brauchen“, sagt Zilcher. Vielleicht würden eher kleine Räume benötigt, etwa als Ersatz für die Baracken. „Es kann ja auch sein, dass festgestellt wird: Die TSG-Halle reicht, man müsste sie nur an die aktuellen Bedürfnisse der Vereine anpassen.“

Es herrscht Funkstille

Aber was wird nun aus der TSG-Halle? Der Vertrag zwischen TSG und Saalbau läuft im Jahr 2020 aus, bis dahin muss ein neuer geschlossen werden. Knackpunkt ist aber: Der Verein fordert von der Saalbau einen Erbpachtzins, weil die Saalbau alle Mieteinnahmen bekommt. Außerdem soll die Halle saniert und umgebaut werden. Die Saalbau will im Gegenzug dafür aber Miete von der TSG. Das wiederum könne die TSG sich nicht leisten, sagt Kassenwart Dieter Haupt. Seither herrscht Funkstille, die vor zwei Jahren begonnenen Gespräche stocken – auch wenn beide Seiten auf Anfrage unserer Zeitung Gesprächsbereitschaft signalisieren.

Zurzeit investiert die Saalbau laut Junker aber auch kein Geld mehr in die Halle, zuletzt wurde vor drei Jahren der Brandschutz verbessert. „Es ist doch klar, dass wir die frühere Gaststätte und andere Arbeiten nicht angehen, wenn nicht klar ist, ob der Vertrag verlängert wird“, sagt Junker.

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