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Gefährlicher Job: Diese Männer sorgen dafür, dass die Frankfurter U-Bahn fährt

Der Sicherheitsbereich ist 70 Zentimeter breit, wenn die Züge kommen, stellen sich die Männer zwischen die Betonsäulen. Jede Nacht sind in der Frankfurter U-Bahn Reparatur-Trupps unterwegs. Sie tauschen Weichen, warten Signale, reparieren Schienen. Es ist einer der gefährlichsten Berufe Frankfurts.
Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs. Foto: Tobias Koepplinger Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.
Frankfurt. 

Ein Ruf, ein Pfiff, dann stellt sich der Trupp zwischen die Betonsäulen. Auf dem Nachbargleis rattert ein Zug vorbei. Die Männer blicken kurz auf, dann heben sie ihre Werkzeuge auf und arbeiten weiter. Marko Papic ist einer dieser Männer. Er sagt: "Wir arbeiten im laufenden Betrieb."

Marko Papic ist der Leiter der Instandsetzung aus der Meisterei Signaltechnik der Verkehrsgesellschaft Frankfurt. Papic sagt: "Wir wollen den Fahrgast so wenig wie möglich stören, deshalb arbeiten wir nachts." Nur dann kommen sie ohne Streckensperrungen aus.

Baustelle unter der Konstabler Wache

In dieser Nacht ist der Trupp unter der Konstabler Wache unterwegs. Der Auftrag: ein Herzstück tauschen, eine Art Kreuzung vor der Weiche. "Eine Notmaßnahme", sagt Papic. Ein Stück Schiene ist aus dem Weichenteil gebrochen, im schlimmsten Fall könnte die Schiene brechen, der Zug entgleisen. Deshalb ist der Reparatur-Trupp da.

Gegen 22 Uhr gehen die Arbeiten los. Vorbereitungen. Die Arbeiter lösen Schrauben und schneiden das kaputte Schienenstück. Immer wieder pfeift und ruft der Sicherungsposten, dann legt der Trupp die Werkzeuge in den Schotter und geht zwischen die Betonsäulen. Der sichere Bereich. Alle warten auf 0.58 Uhr. "Dann fährt der letzte Zug, dann können wir den Bagger eingleisen", sagt Papic.

Bilderstrecke U-Bahn Frankfurt: So gefährlich ist der Job im Frankfurter Untergrund
Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.Es ist einer der gefährlichsten Jobs der Stadt: Wir waren mit einem Reparatur-Trupp der U-Bahn unter Frankfurt unterwegs.

Der Bagger soll die Schienenstücke heben. Die Männer haben knapp drei Stunden, ehe die erste Bahn wieder fährt. In dieser Betriebspause müssen sie die alte Schiene herausheben, das neue Stück einsetzen, verschweißen, verschrauben, den Bagger wieder aus dem Gleis fahren. Kein Fahrgast wird am nächsten Morgen etwas von der Baustelle mitbekommen.

Etwa 362.000 Fahrgäste pro Tag

Etwa 362.000 Menschen nutzen die Frankfurter U-Bahn jeden Tag. Rund 420 Züge sind dazu unterwegs, auf knapp 65 Kilometern U-Bahn-Schiene. Damit alles rund läuft, ist Papic unterwegs. Wieder pfeift der Sicherungsposten. Der letzte Zug des Abends. Papic geht zwei  Schritte zwischen die Säulen. "Man muss mit hundert Prozent bei der Sache sein, aufpassen und für die Kollegen mitdenken", sagt er, schaut nach links und rechts.

Es gehe um Vertrauen, sagt Papic. Einmal, erzählt er, habe er Glück gehabt. Ein Kollege habe ihn an der Warnweste zurück gezogen, als der Zug kam. Lange her, sagt Papic, alles sei gut gegangen. "So ein Zug kann nicht bremsen, dann ist es vorbei." Dann arbeitet er weiter.

 

 

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