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Evakuierung: Bombenfund: Deshalb konnte mit der Entschärfung nicht gewartet werden

Von Die Bombenentschärfung am späten Donnerstagabend sorgt für Unmut unter den betroffenen Anwohnern. Viele kritisieren den Zeitraum der Entschärfung. Warum es soll schnell wie möglich gemacht werden musste, erklärt ein Experte.
Fehlt nur noch das Kissen: Anwohner vor der abendlichen Evakuierung. Foto: fnp Fehlt nur noch das Kissen: Anwohner vor der abendlichen Evakuierung.

Rund 8000 Menschen mussten aufgrund eines Bombenfundes in der Kölner Straße gestern Abend ihre Wohnungen verlassen. Viele können diese kurzfristige Entscheidung der Behörden nicht nachvollziehen.

Hätte man mit der Entschärfung der in einer Baustelle gefundenen Fliegerbombe nicht bis zum Wochenende warten können? Warum begann die Entschärfung erst nach 23 Uhr und nicht schon tagsüber? Und warum war der Evakuierungsradius überhaupt so groß gezogen? Wir sind diesen Fragen nachgegangen.

Der Live-Ticker zur Bombenentschärfung zum Nachlesen

Kampfmittelräumdienst muss rund 40 Mal im Jahr ran

„Eine Entschärfung sollte immer möglichst zeitnah erfolgen, da eine Bombe, die aus dem Boden an die Erdoberfläche geholt wurde, ihre Eigenschaften verändert“, erklärt Christoph Süß vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt. Zudem bekomme das RP alleine wegen Bomben rund 40 Anfragen an den Kampfmittelräumdienst im Jahr und müsse deshalb schnell reagieren. „Da steckt die ganze Logistik dahinter“.

In Absprache mit den lokalen Behörden, die die Evakuierung organisieren müssen, und unter Berücksichtigung der geplanten Veranstaltungen würde dann der Termin der Entschärfung festgelegt. „Wir haben sogar noch einen Tag gewartet“, sagt Süß. Über den genauen Zeitpunkt hätte die kommunale Ordnungsbehörde nach Rücksprache mit dem Kampfmittelräumdienst beim RP Darmstadt entschieden.

Bombe war nicht gefährlich, aber ihre Lage

Der RP-Sprecher erklärt außerdem auf Anfrage unserer Zeitung, warum der Evakuierungsradius 500 Meter betragen hat, was für die Entschärfung einer 50-Kilo-Bombe ungewöhnlich viel ist. „Das hängt mit der Lage der Bombe zusammen“, erklärt Süß. Dabei spielten zwei Faktoren eine Rolle: Zum einen, wie tief die Bombe im Erdreich liegt und zum anderen die Umgebung der Fundstelle – also die Frage, ob die Bebauung eine eventuelle Druckwelle abfangen könnte oder nicht. „Hier war viel Freifläche außen herum“.

Entschärfer müssen Rücksicht auf den Flugverkehr nehmen

Es stellt sich noch die Frage nach der Uhrzeit. „Warum die Entschärfung um 23 Uhr durchgeführt wurde, ist leicht zu beantworten. Der Sicherheitsradius von 500 Metern muss auch in der Höhe eingehalten werden. Und nach dieser Uhrzeit starten und landen in Frankfurt nicht so viele Flugzeuge“, heißt es auf Anfrage aus der Pressestelle der Feuerwehr Frankfurt. Der Termin sei daher nicht nur mit der Polizei der Stadt und dem Regierungspräsidium, sondern auch mit der Deutschen Flugsicherung abgesprochen gewesen.

Doch auch unabhängig davon hält Christoph Süß vom RP Darmstadt die Wahl der Uhrzeit für logistisch nachvollziehbar. So konnte etwa der Bahnverkehr bis in die Abendstunden hinein aufrechterhalten werden, was den Berufstätigen eine reibungslose Rückkehr in ihr Zuhause ermöglicht habe.

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