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Mehrmonatige Bewährungsstrafen: Beim Sicherheitscheck: Flughafen-Mitarbeiter stehlen Schmuck von Passagieren

Von Langfinger am Frankfurter Flughafen sind nicht nur in der Urlaubszeit eine leidige Erscheinung. Ein Prozess vor dem Amtsgericht richtete sich jetzt sogar gegen zwei Flughafen-Bedienstete, deren Aufgabe es eigentlich war, ankommende und abfliegende Fluggäste zu kontrollieren.
Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv Die Statue Justitia ist zu sehen. Foto: Peter Steffen/Archiv

Wegen Diebstahls erhielten ein 27 Jahre alter und ein 24 Jahre alter Mann Bewährungsstrafen von 17 Monaten beziehungsweise 13 Monaten. Obwohl an den Kontrollschaltern im Flughafen überall die Überwachungskameras blinkten, beschlossen die beiden Mitarbeiter, Wertgegenstände mitgehen zu lassen. Erstes aktenkundig gewordenes Opfer wurde ausgerechnet ein türkischer Vielfach-Millionär. Der Mann, der an der türkischen Riviera eine ganze Hotelkette besitzt, legte im März vergangenen Jahres seine Habseligkeiten zur Überprüfung in die Plastikwanne, die daraufhin im Durchleuchtungsgerät verschwand.

Als sie am anderen Ende wieder herauskam, fehlte eine rund 12 500 Euro teure Uhr. Weil der reiche Mann aber im Besitz mehrerer, teilweise noch teurerer Uhren war, merkte er den Verlust überhaupt nicht.

Erst später dämmerte es ihm – zu diesem Zeitpunkt aber hatten die diebischen Angestellten das edle Stück bereits für 3500 Euro auf dem Hehlermarkt vertickert und den Erlös untereinander aufgeteilt. Die jeweils 1750 Euro waren immerhin mehr als ein Monatsnettoeinkommen (1400 Euro) – dafür aber setzten sie bereits jetzt ihre Arbeitsplätze aufs Spiel.

Dessen ungeachtet, gingen die Diebstähle weiter. Im Mai kam ein Pärchen zur Kontrolle. Unter den Gegenständen in der Kunststoffwanne befand sich auch ein verheißungsvoll klimperndes Säckchen, das die beiden Kontrolleure nach erfolgter Durchleuchtung an sich nahmen. Der Inhalt: Herren- und Damenhalsketten sowie Armreifen und -ketten im Wert von immerhin 13500 Euro. Auch hier merkten die bestohlenen Passagiere den Diebstahl erst, als das Flugzeug bereits abgehoben hatte.

Der Verkauf der Schmuckstücke erbrachte 2500 Euro. Zur dritten Tat kam es dann einen Monat später, als wieder eine edle Uhr die Beute eines der Männer wurde. Das gute Stück wurde auf rund 20 000 Euro taxiert.

Mittlerweile aber liefen die internen Ermittlungen am Flughafen bereits auf Hochtouren. Sämtliche Videoaufzeichnungen wurden systematisch ausgewertet. So legte sich die Schlinge um die beiden Langfinger immer enger. Der 27-Jährige konsultierte bereits einen Rechtsanwalt, der ihm dringend dazu riet, die noch vorhandene 20 000-Euro-Uhr herauszugeben. Der 24-Jährige brachte zum Prozess 2000 Euro in bar zur Wiedergutmachung des Schadens mit. In 100-Euro-Raten würde weiter abgestottert, sagten beide Angeklagte zu. Sie haben mittlerweile neue Arbeitsplätze bei Zeitarbeitsfirmen. Das Gericht mit Amtsrichterin Bettina Wild sah die Voraussetzungen für eine Strafaussetzung zur Bewährung als erfüllt und verhängte gegen die noch nicht vorbestraften Männer die milden Strafen.

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