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"S & K"-Prozess: Angeklagte wollen gestehen

Noch vor Ende Juni könnte der Mammutprozess um die betrügerische „S & K“-Immobilienfirma vor dem Landgericht Frankfurt enden. Mittlerweile haben sich die Richter in die Verhandlungen mit den Angeklagten und ihren Verteidigern eingeschaltet.
Ein Blick auf das Gebäude vom Landgericht in Frankfurt am Main. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv Ein Blick auf das Gebäude vom Landgericht in Frankfurt am Main. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv
Frankfurt. 

Schon seit Januar hatten die Vertreter der Staatsanwaltschaft und die Verteidiger außerhalb der Verhandlung die Köpfe zusammengesteckt und dabei Möglichkeiten ausgelotet, das seit September 2015 bei Gericht anhängige Verfahren zu beschleunigen. Von einer teilweisen Einstellung bestimmter Tatkomplexe war die Rede und von Haftstrafen, die durch die mehr als vierjährige Untersuchungshaft der beiden Angeklagten zum Großteil verbüßt worden seien.

Am Freitag nun hatte Vorsitzender Richter Alexander El Duwaik das Wort: Sowohl mit dem Hauptangeklagten Stephan Schäfer (37), als auch mit dessen früherem Kompagnon Jonas Köller (35) und dessen Verteidigern seien Gespräche geführt worden – mit konkreten Ergebnissen. Schäfer und Köller könnten sich demnach auf Haftstrafen zwischen achteinhalb und neuneinhalb Jahren einstellen.

Geständnis ein Muss

Voraussetzung hierfür sind „substantiierte Geständnisse“, und die Bereitschaft, Fragen des Gerichts zu beantworten sowie diverse Beweisanträge zurückzunehmen, aufgrund derer der Prozess noch zusätzlich in die Länge gezogen würde. Beide Hauptangeklagte hätten diesem Prozedere zugestimmt, berichtete Oberstaatsanwalt Noah Krüger: „Optimistisch betrachtet, könnte das Verfahren bereits vor der Sommerpause Ende Juni zu Ende gehen.“

Ohnehin hat der Prozess in den vergangenen Monaten Fahrt aufgenommen. Krüger zeigte sich zufrieden über das abgearbeitete Pensum, vor allem mit den Vernehmungen der zahlreichen Gutachter, die sich unter anderem mit den Verkehrswerten diverser Liegenschaften beschäftigten.

Auch wenn es im März zu der Protokollierung der Absprache kommen sollte, ist für das Gericht noch einiges zu tun. Die Geständnisse müssten verifiziert werden, darüber hinaus gebe es naturgemäß Fragebedarf, so Krüger. Auswirkungen dürfte eine Absprache auch auf die Untersuchungshaft der Angeklagten haben. Wer wisse, dass er nur noch einen überschaubaren Zeitraum im Gefängnis verbringen müsse, breche nicht alle Zelte ab, um nach Übersee zu flüchten ...

Einer auf freiem Fuß

Kommende Woche wird nun weiterverhandelt. Parallel dazu sollen Gespräche mit den drei übrigen Angeklagten geführt werden. Einer von ihnen befindet sich nach seinem Geständnis bereits seit einiger Zeit auf freiem Fuß.

Fünf der sechs „S & K“-Beschäftigten sitzen noch auf der Anklagebank. Nur einer, der ehemalige Fondsmanager Hauke B., wurde zwischenzeitlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Sein angegriffener Gesundheitszustand hatte die Staatsanwaltschaft dazu bewogen, auf eine Verfahrensabtrennung hinzuarbeiten.

(ge)
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