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Hier sind alle Schüler willkommen: 40 Jahre nach der Eröffnung kämpft Kraft-Schule um Gymnasialzweig

Von Vor 40 Jahren eröffnete die Heinrich-Kraft-Schule in Fechenheim. Heute feiert die Schule dies mit einem großen Fest.
Anita Dressler, Ilse Müller-Czudai und Stephan Ganss in der Klasse von der Heinrich-Kraft-Schule. Foto: Leonhard Hamerski Anita Dressler, Ilse Müller-Czudai und Stephan Ganss in der Klasse von der Heinrich-Kraft-Schule.
Fechenheim. 

An ihren ersten Eindruck vom neuen Schulgebäude erinnert sich Anita Dressler (67) noch ganz genau. „Das Gebäude war so groß, dass wir uns darin verlaufen haben. Wir hatten doch nur so wenige Schüler.“ Zuvor hatte sie an der Willmannschule unterrichtet, der Hauptschule des südlichen Fechenheims. Nun stand sie also in der neuen, dreistöckigen Heinrich-Kraft-Schule (HKS), in die sie mit ihren Schülern im Februar 1977 umzog.

Viele Erinnerungen aus den vergangenen 40 Jahren haben Dressler und ihre Kollegen zusammen getragen, zum Teil gemeinsam mit ihren Schülern. Große Plakate haben sie erstellt für eine Ausstellung über ihre Schule, feiert sie doch bereits ihr 40-jähriges Bestehen der Integrierten Gesamtschule.

Platz für 600 Kinder

Als eine von vier neuen „Sekundarschulen“ in Frankfurt entstand 1977 die für 600 Kinder ausgelegte Heinrich-Kraft-Schule. Eine kooperative Gesamtschule, in der die Willmannschule mit ihren 150 Schülern aufging. „Die benachbarte Freiligrathschule gab es bereits, ebenso die Wohnhäuser in der Konstanzer Straße“, sagt Lehrer Stefan Ganss (65).

Für 14,3 Millionen D-Mark entstanden 31 Klassenräume, ein Sprachlabor und eine große Drei-Felder-Sporthalle. „Eine so große Sporthalle hatten wir noch nie gesehen“, sagt Dreier. Neu sei die Förderstufe in den Klassen fünf und sechs gewesen, in der alle Kinder noch gemeinsam unterrichtet wurden, sagt Lehrerin Ilse Müller-Czudai (64). „Das ist gut. So müssen die Kinder noch keiner Schulform zugeordnet werden.“

Doch bald tauchten erste Probleme am Neubau auf: Im Sommer 1987 wurde die Schule ausgelagert für eine erste Asbestsanierung. In vielen Gebäuden zum Brandschutz verbaut, kam Asbest als krebserregend in Verruf und musste auch in der HKS entfernt werden. „Wir unterrichteten an vielen verschiedenen Orten. An drei verschiedenen Schulen, aber auch in Gartenhütten und dem Restaurant an der Mainkur“, sagt Dressler. Die Eltern weigerten sich, ihre Kinder zur Schule zu bringen. „Wir Lehrer hingegen saßen bis Mittags im Schulhaus und gingen danach zu den Kindern, um sie zu unterrichten“, erzählt Ganss. Bei der zweiten großen Asbestsanierung 1998/99 stellte die Stadt in der Ferdinand-Porsche-Straße ein Ausweichquartier aus Schulcontainern auf.

Sinkende Zahlen

In der Anfangszeit gut besucht, sanken die Schülerzahlen der HKS in den 1990er Jahren. Vor allem der Gymnasialzweig der Kooperativen Gesamtschule (KGS), in der es Gymnasial-, Real- und Hauptschulklassen gab, hatte bald zu wenige Schüler. „Während der zweiten Asbestsanierung wurde das noch schlimmer“, erinnert sich Ganss. Als die Landesregierung 2004 ein neues Schulgesetz erließ, bekam die HKS Probleme: Eine Kooperative müsse zwei Gymnasialklassen pro Jahrgang haben – die Kraft-Schule jedoch hatte nur eine. Sie sollte Haupt- und Realschule werden.

Um das Gymnasialangebot für den Stadtteil zu erhalten, beschloss die Schulgemeinde aus der KGS eine IGS, also eine Integrierte Gesamtschule, zu machen. „Wir würden dann pro Jahrgang vier Gesamtschulklassen einrichten, in denen die Schüler aller Schulzweige weitgehend gemeinsam unterrichtet werden können“, erklärt Schulleiter Werner Schäfer unserer Zeitung im Dezember 2004. Eindeutig war die Entscheidung nicht. „Wir haben kontrovers diskutiert“, sagt Ilse Müller-Czudai. Doch der Magistrat war zerstritten: SPD und Grüne waren für, CDU und FDP gegen die Umwandlung zur IGS. Als Ende Januar 2005 das Stadtparlament für die Umwandlung stimmte, lehnte dies das hessische Bildungsministerium ab. Erst im Mai 2009 stimmte das Kultusministerium in Wiesbaden zu.

Im Laufe der Jahre habe sich die Schule sehr verändert, sagt Müller-Czudai. Das Schulkünstlerprojekt der Stiftung von der Frankfurter Sparkasse, an dem heute viele Schulen mitmachen, entstand 1994 an der HKS. Für das Gewaltpräventionsprojekt „Cool sein, cool bleiben“ erhielt die Schule 1999 drei Preise, unter anderem den Hessischen Präventionspreis. Seit 2008 hat die Schule ein eigenes Drachenboot-Team. Und 2016 wurde der Schulgarten eröffnet, zusammen mit der Bienen-AG.

Ihr 40-jähriges Bestehen feiert die Schule heute ab 11 Uhr mit einer akademischen Feier für geladene Gäste. Das bunte Festprogramm beginnt um 12 Uhr auf dem Schulgelände in der Fachfeldstraße 34.

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